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Arbeiterkammer schlägt Fairnessabkommen für Gastro- und Hotelleriebranche vor

Leserartikel Jakob Weiermair, 31.08.2016 11:10

BEZIRK KIRCHDORF. Die Gastronomie- und Hotelleriebranche beschäftigte die Arbeiterkammer in den letzten drei Jahren besonders häufig, wenn es um die Einhaltung von arbeitsrechtlichen Spielregeln geht.

AK-Bezirksstellenleiter Hannes Stockhammer beim Pressegespräch Foto: AK/Ulrike Mayr
AK-Bezirksstellenleiter Hannes Stockhammer beim Pressegespräch Foto: AK/Ulrike Mayr

Auch im Bezirk Kirchdorf gibt es in der Branche einige „schwarze Schafe“, wie Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Hannes Stockhammer beim Pressegespräch in Kirchdorf berichtete. Der Großteil der Unternehmen würde aber auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen achten – eine Pauschalkritik sei daher zu vermeiden.

Die im „Schwarzbuch Arbeitswelt“ aufgeführten Statistiken zeigen, dass es in der Gastronomie und der Hotellerie besonders häufig zu Verstößen gegen das Arbeitsrecht kommt. So würden etwa viele Beschäftigte weder einen schriftlichen Arbeitsvertrag noch Dienstzettel erhalten. Überstunden und Mehrarbeit würden häufig einseitig angeordnet und nicht bezahlt – Stichwort „Gratis-Überstunden“. Häufig werde das Tätigkeitsfeld nicht eingeschränkt und die Beschäftigten zu verschiedensten Arbeiten herangezogen. Auch auf die Auszahlung von Löhnen und Gehältern müssten einige Angestellte lange warten.

Imageschäden bedingen Personalmangel mit

Diese und viele weitere Verstöße tragen für Stockhammer auch zum schlechten Image der Branche bei Arbeitssuchenden und zu den Schwierigkeiten bei der Personalsuche bei.

„Die Übertretungen und Verstöße werfen kein gutes Licht auf eine Branche, die ohnehin schon über Schwierigkeiten klagt, geeignete und qualifizierte Arbeitskräfte zu bekommen. Es ist höchste Zeit für eine Trendumkehr“, stellt Stockhammer fest. Nur wenn sich alle Betriebe an die Regeln halten würden, könne es mit dem Ruf der Wirte und Hoteliers als Arbeitgeber wieder bergauf gehen. Und: Gute Arbeitsbedingungen und ein gutes Arbeitsklima wirken sich unmittelbar auf das Wohlbefinden der Gäste aus.Hannes Stockhammer: „Die Arbeiterkammer schlägt daher eine Qualitätsoffensive gemeinsam mit Fairnessregeln für die Branchenarbeitsplätze im Bezirk Kirchdorf vor. Dies könnte auch zu einer Art Gütesiegel für die Region werden.“

Die rund 197 Unternehmen der Branche im Bezirk beschäftigen aktuell rund 1010 Mitarbeiter – davon 707 Frauen.


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