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Alle neun Bürgermeister der Pyhrn-Priel Region treten für die Verbindung Höss-Wurzeralm ein

Susanne Winter, MA, 28.11.2016 11:55

PYHRN-PRIEL/LINZ. Die Bürgermeister der Pyhrn-Priel Region luden zu einer Pressekonferenz in Linz ein, um ihren Standpunkt bezüglich der Verbindung der Schigebiete Höss und Wurzeralm zu verdeutlichen. Die neun Bürgermeister treten geschlossen für eine Verbindung ein. Unterstützt werden sie von politischen Vertretern auf Bundes- und auf Landesebene.

Sportarena Pyhrn-Priel - Ausblick von der Wurzeralm, Foto: OÖW HIWU
  1 / 3   Sportarena Pyhrn-Priel - Ausblick von der Wurzeralm, Foto: OÖW HIWU

Den Bürgermeistern in der Pyhrn-Priel-Region reicht es. Sie wollen endlich eine Entscheidung der Politik, ob die Skigebiete Höss und Wurzeralm verbunden werden können oder nicht. „Der Tourismus ist die einzige Chance für Wachstumspotential in der Region“, sagt Norbert Vögerl, Bürgermeister von Windischgarsten (ÖVP). Die Bürgermeister der Pyhrn-Priel-Gemeinden sind sich einig: Die Zusammenlegung von Höss und Wurzeralm sei für die touristische Standortsicherung der Region notwendig.

Hohe Unsicherheit bei Hoteliers und Gastgewerbebetrieben

Trotz der zentralen Lage und der guten Erreichbarkeit vom Zentralraum aus reisen Urlauber immer öfter in die Steiermark oder ins Salzburger Land. Manfred Degelsegger, Bürgermeister von St. Pankraz (SPÖ), betont: „Unternehmen und damit Arbeitsplätze wandern bereits aus der Region ab, für junge Nachfolger ist die Übernahme eines Betriebs nicht mehr attraktiv, es besteht hohe Unsicherheit bei Hoteliers und Gastgewerbebetrieben, ob neue Investitionen Sinn machen.“ Die Abwanderung in der Region bereitet den Bürgermeistern große Sorge. Der Bezirk Kirchdorf ist laut Abwanderungsprognose für Oberösterreich bis zum Jahr 2050 mit minus 2,3 Prozent überdurchschnittlich betroffen.

Masterplan Pyhrn-Priel 2020

Um diesem Prozess entgegenzuwirken, wurde 2011 im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses ein touristischer Maßnahmenplan erarbeitet. „Dieser „Masterplan Pyhrn-Priel 2020“ besteht aus sechs Starterprojekten. Ein Thema ist eine Verbindung zwischen Höss und Wurzeralm“, erklärt Gerhard Lindbichler, Bürgermeister in Vorderstoder (ÖVP).

Zukunft Skiregion Pyhrn-Priel

Beim Thema „Skiregion Pyhrn-Priel“ herrscht derzeit Stillstand. „Seitens Landeshauptmann Pühringer und Landesrat Strugl gibt es schon klare Bekenntnisse dazu, nun liegt es am für den Naturschutz zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreter Haimbuchner, endlich aktiv zu werden und Lösungen zu suchen. Die Naturschutzorganisationen lade ich herzlich ein, an der Umsetzung des Masterplans konstruktiv mitzuarbeiten oder erwarte, dass sie schweigen“, so Landtagsabgeordneter Christian Dörfel (ÖVP), Bürgermeister von Steinbach an der Steyr.

Miteinander von Sport- und Naturerlebnis

„Selbstverständlich liegt es den Bürgermeistern am Herzen, die wunderbare Landschaft und Natur zu erhalten. Und allen ist bewusst: Die Zukunft der Region liegt in einem Miteinander von Sport- und Naturerlebnis. Alle Pisten und Lifte sind am Rande des bestehenden Naturschutzgebietes geplant. Nur wenige Quadratmeter in der Region Pyhrn-Priel geschützten Fläche sollen für die Skischaukel genutzt werden, also etwa der Größe einer mittleren Drei-Zimmer-Wohnung mit 75 Quadratmetern“, so Bundesrat Ewald Lindinger (SPÖ), Bürgermeister von Micheldorf in OÖ.

Vereinbarkeit von Natur und Wirtschaft

Mit Respekt vor den gegenseitigen Anliegen sei die Vereinbarkeit von Natur und Wirtschaft möglich. “Wenn ein ländlicher Raum durch überzogene Schutzideen derart eingeschränkt wird, dass eine Weiterentwicklung praktisch unmöglich wird, ist das nicht im Sinne der dort noch lebenden Bevölkerung“, sagt Peter Auerbach, Bürgermeister von Rosenau am Hengstpaß (SPÖ).

„Wir respektieren natürlich andere Sichtweisen. Aber in erster Linie muss die Frage gestellt werden – wovon sollen wir und unsere Jungen in dieser schönen Landschaft denn leben?“, so Äegidius Exenberger, Bürgermeister von Spital am Pyhrn (SPÖ).

Ökologischer Fußabdruck gering

Der ökologische Fußabdruck ist im Vergleich zu einem Badeurlaub in Asien oder einer Fotosafari in Afrika sehr gering. „Ein Badeurlauber verursacht bei einer Fernreise mehr CO2 - je nach Entfernung - als ein Skiurlauber in den Alpen inklusive der Benützung von Liftanlagen, Beschneiungstechniken und Wellnessangeboten in seinem Hotel. Damit ist klar: wer das Klima schützen will, holt die Menschen zu uns in die Alpen anstatt sie mangels Angebot auf Fernreisen zu schicken“, sagt Helmut Wallner, Bürgermeister von Hinterstoder (ÖVP).

Landespolitik ist als nächstes gefragt

„Über Möglichkeiten für die Umsetzung wird viel diskutiert. Eines ist klar: nachdem die Tunnelvariante vom Tisch ist, muss für alle anderen der Naturschutz teilweise aufgehoben werden. Hier ist zunächst die Landespolitik gefragt, bevor die Bürgermeister in die Detailplanung gehen können“, meinen die Bürgermeisterin von Roßleithen Gabi Dittersdorfer und der Bürgermeister von Klaus Rudolf Mayr.

Überspannung des Naturschutzgebietes Warscheneck ist in der Naturschutzverordnung des Landes untersagt

Das Projekt scheiterte bisher am Naturschutz. Eine Überspannung des Naturschutzgebietes Warscheneck ist in der Naturschutzverordnung des Landes untersagt. Die Verordnung zu ändern sei Zuständigkeit der Landesregierung, konkret von Naturschutzreferent LH-Stv. Manfred Haimbuchner (FPÖ). „Es könnte sein, dass man mit einer Stütze im Naturschutzgebiet auskommt“, betonte Landtagsabgeordneter Christian Dörfel (ÖVP).

Haimbuchner sagte in einem Gespräch mit APA: „Ich kenne noch keine Pläne und kein konkretes Projekt“. Solange der Schutzzweck nicht wegfalle, könne man eine Verordnung nicht abändern. Das sei rechtlich nicht ohne weiteres möglich. Man müsse das verfassungsrechtlich abklären lassen. Er könne sich eine Verbindung von Vorderstoder nach Hinterstoder vorstellen, aber „da ist bis heute nichts passiert“.

Neuer Plan: Gondelbahn als Verbindung

Nachdem eine Tunnel-Variante voriges Jahr scheiterte, ist der Plan nun, eine Seilbahn von Vorderstoder auf die Wurzeralm zu bauen. Die Kosten für die Gondelbahn allein schätzt Dörfel auf 15 bis 20 Millionen Euro. Insgesamt bedürfe es an die 100 Millionen Euro in den kommenden 15 bis 20 Jahren um die Region auszubauen, mit Investitionen in die bestehende Infrastruktur und auch neuen Liften. Man rechnet stark mit dem Engagement der Bergbahnen. Derzeit ergeben Wurzeralm und Hinterstoder zusammen rund 65 Pistenkilometer, danach würden es 100 sein.


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