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Erneute Vorwürfe gegen die Energie AG wegen der geplanten 110-kV-Stromleitung

Leserartikel Carina Kerbl, BSc MSSc, 04.07.2018 14:16

BEZIRK KIRCHDORF/BEZIRK GMUNDEN. Der Schlagabtausch zwischen Anrainern und der Energie AG hört nicht auf. Initiativensprecher Michael Praschma erhebt erneut Vorwürfe gegen Konzernsprecher Wolfgang Denk.

Anrainer wünschen sich lieber ein Erdkabel statt einer Freileitung. Symbolfoto: E. Wodicka
Anrainer wünschen sich lieber ein Erdkabel statt einer Freileitung. Symbolfoto: E. Wodicka

Energie-AG-Konzernsprecher Wolfgang Denk gab im Freien Radio Salzkammergut am 26. Juni ein Interview zum Thema „110-kV-Leitung“ im Almtal. Für seine Äußerungen wird er von Michael Praschma nun scharf kritisiert. Denk wurde gefragt, warum die Leitung nicht als Erdkabel verlegt wird, sondern als Freileitung. „Wir haben das Problem, dass wir nur einen bestimmten Anteil des Stromnetzes als Kabel ausführen können. Diese Leitung würde diese vorhandene Reserve überschritten und wir brauchen diese Reserve im dichtverbauten städtischen Gebiet“, so Denk.

Gutachten der Technischen Universität Graz prüfte Varianten

Praschma behauptet, dass die Aussage von Denk nicht zutreffe. Die Aussage von Denk bestätigt aber das zur 110-kV-Leitung durchgeführte Gutachten der Technischen Universität (TU) Graz vom Dezember 2010. Darin heißt es auf Seite 169: „Als Untervariante der Freileitungs-Lösungen ist (...) eine beschränkte Teilverkabelung denkbar, allerdings wird darauf hingewiesen, dass im Hinblick auf die knappe Kabelreserve (...) die verfügbare Kabelreserve (...) sorgfältig zu verplanen ist“.

Kostenaufstellungen seien nicht korrekt

Weiters behauptet Praschma, die Kostenaufstellungen der Energie AG von Frei- und Erdkabeln seien nicht korrekt. Auch in diesem Fall steht im Gutachten der TU Graz Gegenteiliges. Auf Seite 162 ist dazu nachzulesen: „Die Angaben der Energie AG wurden (...) auf Plausibilität geprüft und durch aktuelle Richtpreisofferte untermauert“. Auf Nachfrage bei der Energie AG zu den Vorwürfen äußert sich Pressesprecher Michael Frostel wie folgt: „Ich bitte um Verständnis, dass wir uns nicht auf dieses Niveau begeben und darauf nicht antworten.“

Gutachten bestätigt die geplante Freileitung

Schlussendlich gelangt das Gutachten auf Seite 169 zu dem Schluss, dass „einer 110-kV-Freileitungsvariante (...) über ein Umspannwerk in Steinfelden, gekoppelt mit weiteren Netzausbaumaßnahmen (...), der Vorzug zu geben“ ist.


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