Mit "klugen Entwicklungskonzepten" die Bodenversiegelung hemmen
BEZIRK KIRCHDORF. Im Rahmen eines Sommergespräches beantwortete FPÖ-Bezirksparteiobmann Landtagsabgeordneter Michael Gruber aus Pettenbach Fragen über aktuelle Themen im Bezirk Kirchdorf.

Tips: Welche Themen beschäftigen die FPÖ derzeit im Bezirk?
Michael Gruber: Vor allem die örtliche Entwicklung ist derzeit in vielen Gemeinden Thema. Im Zuge dessen sind auch verstärkte Gemeindekooperationen noch nicht vom Tisch. Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht nur die Kooperationen und Vereinfachung der Verwaltung vorantreiben sollten, sondern auch Fusionen von Gemeinden. Der einzelne örtliche Charakter wird dabei keinen Nachteil haben, aber betreffend der Gemeindeverwaltung unter einer Verantwortung stehen. Ein weiteres Ziel ist die Neuordnung der Flächenwidmungspläne. Es braucht ein generelles Konzept für die gesamte Region, um mit klugen Entwicklungskonzepten die Bodenversiegelung in den Griff zu bekommen.
Tips:Die Wahl im September gilt als Klima-Wahl. Welche Maßnahmen müssen im Bezirk Kirchdorf noch gesetzt werden, um in puncto Klimaschutz Vorreiter zu sein?
Gruber: Alles was den Bereich Strom betrifft, wie zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen, braucht zunächst die nötige Infrastruktur. Wir können noch so viele Photovoltaik-Anlagen unterstützen – solange die Leitungsinfrastruktur nicht gegeben ist, kann das Ergebnis nicht in vollem Ausmaß genutzt werden. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Bodenversiegelung. Sinnvoll wäre hier ein gesamtes Maßnahmenpaket, das seitens der Politik begleitet werden sollte: Das geht von Müllmanagement über Baustoffe zum Hausbauen bis hin zum regionalen und örtlichen Entwicklungskonzept mit dem Fokus auf einen koordinierten Flächenverbrauch und ausgebauter Leitungsinfrastruktur.
Tips:Wie stehen Sie zu der geplanten Skigebietsanbindung von Vorderstoder an das Skigebiet Hinterstoder Höss?
Gruber: Es war immer unser Ansatz, dass wir, sofern es keine fachlichen und sachlichen Gegenargumente gibt, einer Erweiterung Richtung Vorderstoder nicht entgegen stehen. Tatsächlich ist die Skigebietserweiterung derzeit aber gar kein Thema, denn es liegt weder ein zu beurteilendes Konzept vor noch gibt es eine endgültige Einigung aller Grundstückseigentümer. Wir sind nicht prinzipiell gegen das Projekt, wollen aber, wenn es soweit ist, alle Fakten auf den Tisch haben und erwarten eine fachlich fundierte Entscheidung.
Tips:Welche Maßnahmen halten Sie in Bezug auf geschützte Raubtiere wie den Wolf sinnvoll?
Gruber: Gar keine, der Wolf ist nicht umsonst irgendwann nicht mehr da gewesen. Meiner persönlichen Meinung nach hat der Wolf bei uns in der kleinstrukturierten Landwirtschaft nichts verloren. Sollte nichts anderes möglich sein oder Gefährdungspotenzial bestehen, dann muss er im Zweifelsfall auch geschossen werden dürfen. Rechtliche Grundlage für eine mögliche Entnahme gibt es derzeit allerdings noch keine.
Tips:Rechtfertigt die Nachfrage nach Tourismusangeboten und Wohnraum die steigende Verbauung von Grünflächen?
Gruber: Nicht ungehemmt. Wir müssen den Charakter unserer Region trotz aller Entwicklungen bewahren und eine ausgeglichene Wohn- und Arbeitswelt schaffen. Dabei gilt es, ein Naturraum- und Flächenmanagement auszuarbeiten. Tips: Halten Sie es für sinnvoll, nicht unweit vom Schiederweiher in Hinterstoder ein Camping-Resort zu bauen?
Gruber: Ich vertraue darauf, dass sich diese Projekte die Verantwortungsträger vor Ort genau angesehen haben. Ich will da von außen gar keine Empfehlungen abgeben, denn aus meiner Sicht ist es wichtig, dass jene vor Ort entscheiden, ob und wie eine Entwicklung stattfindet.
Tips:Wie sollte man in Zukunft mit den Ausflugsgästen, die mit dem Auto anreisen, umgehen?
Gruber: Eine gute Idee wären kostenpflichtige Parkplätze in einem überschaubaren Rahmen. Außerhalb sollte auch durchgegriffen werden und Falschparker gestraft werden. Es muss den Leuten vergehen, sich irgendwo hinzustellen, wo keine Autos hingehören.
Tips:Welches Thema nehmen Sie nach der Wahl im Bezirk Kirchdorf als erstes in Angriff?
Gruber: Ein Natur- und Flächenmanagement ist aus meiner Sicht der Schlüssel für fast alles: Von der Sicherung der Arbeitsplätze über Wohnraummanagement für alle Generationen bis hin zur Lenkung der Touristen und Freizeitsportler. Dadurch wird man auch die Abwanderung und den Bodenverbrauch in den Griff bekommen. Mein Ziel ist es, dass der Charakter unserer Region so bleibt, wie er sich auch in den letzten Jahrzehnten bewährt hat.


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