Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK KIRCHDORF. Die Lehre steht seit Jahren im Fokus, wenn es um die zukunftsorientierte Ausrichtung der regionalen Wirtschaft geht, denn die heutigen Lehrlinge sind die Fachkräfte von morgen.

Ines Weiermayer absolviert eine Lehre als Tischlereitechnikerin. (Foto: WKO Kirchdorf)
  1 / 2   Ines Weiermayer absolviert eine Lehre als Tischlereitechnikerin. (Foto: WKO Kirchdorf)

Ende September liegt es wieder klar am Tisch. Wie viele Jugendliche konnten in der Region für die Lehre begeistert werden? Die Monate August und September sind die klassischen Einstiegstermine für viele Lehrlingsstarter. Der Obmann der Wirtschaftskammer Kirchdorf, Klaus Aitzetmüller, wartet mit Spannung auf die Zahlen: „Seit einigen Jahren sinkt diese Zahl. Da müssen wir unbedingt dagegen arbeiten.“ Denn daraus resultiere der zukünftige Fachkräftemangel.

200 offene Lehrstellen

Etwa 350 Ausbildungsplätze werden den rund 600 15-Jährigen im Wirtschaftsstandort Bezirk Kirchdorf angeboten. Aufgrund der Entwicklungen ist damit zu rechnen, dass etwa 60 bis 80 Lehrstellen auch heuer wieder nicht besetzt werden können. Laut AMS sind es derzeit 200 offene Lehrstellen. Diese Statistik sei, laut WKO, immer etwas zu hinterfragen. Aufgrund des eklatanten Lehrlingsmangels in den vergangenen Jahren lassen Ausbildungsbetriebe die offenen Lehrstellen beim AMS ständig gemeldet. „Das entspricht auch der Realität. Denn wenn sich während des Jahres junge engagierte Leute mit sozialer Kompetenz und Basiswissen melden, werden diese jederzeit für eine der offenen Stellen eingestellt“, sagt WKO-Bezirksstellenleiter Siegfried Pramhas.

100 verschiedene Berufe

Es gibt kaum eine Branche, die nicht nach Lehrlingen sucht. Aus insgesamt rund 100 auszubildenden Berufen, inklusive der Modulausbildungen, können Interessierte im Wirtschaftsstandort Bezirk Kirchdorf auswählen. Im Metallbereich und in der Gastronomie werden besonders viele Lehrstellen angeboten. „Der Schwerpunkt unserer regionalen Wirtschaft liegt in der Sachgüterproduktion und im Handwerk. Da werden viele Lehrlinge gesucht. Um unsere Lebensqualität zu sichern, müssen wir junge Leute für alle Berufe begeistern“, skizziert Obmann Klaus Aitzetmüller das Ziel der regionalen WKO.

In Betriebe reinschnuppern

Es brauche die entsprechende Aufmerksamkeit und Neugier von jungen Menschen. Dabei seien Pädagogen und Eltern wichtige Meinungsbildner der Jugendlichen. Eine positive Positionierung der Lehre beziehungsweise das Ermöglichen von „Reinschnuppern“ in eine Lehre sei eine sehr wichtige Maßnahme.

„Viel Luft nach oben“

„Gemeinsam mit den Ausbildungsbetrieben ist es unsere Aufgabe, die Zukunftschancen, die mit einer Lehre gegeben sind, aufzuzeigen“, sagt WKO-Obmann Klaus Aitzetmüller: „Die Region muss noch klarer vermitteln, dass die Lehre für die Lebensqualität von wesentlicher Bedeutung ist.“ Das betont auch WKO-Bezirksstellenleiter Siegfried Pramhas: „Ein gutes Leben vor Ort wird vor allem mit der Vielfalt der Berufe gesichert. In der Realität gibt es trotz des allgemeinen Bekenntnisses zur Lehre, den vielen positiven Statements, noch viel Luft nach oben. Die Lehre sollte immer zu den ersten Berufsüberlegungen dazu gehören.“ Lehre oft Basis für Erfolg WKO-Obmann Klaus Aitzetmüller hält zudem fest, dass der größte Teil der erfolgreichen Unternehmer eine Lehre als Basis vorweist: „Mit einer Lehre und dem entsprechenden Willen zur Weiterbildung können Jugendliche sehr viel erreichen. Dafür gibt es viele Beispiele auch in der Region.“

Duale Akademie

Mit der „Dualen Akademie“ werden seit einigen Jahren Absolventen von AHS und Studienabbrecher angesprochen. In insgesamt elf Berufen gibt es Möglichkeiten, eine verkürzte Lehre mit interessanten Zusatzmodulen zu beginnen. „Dieses WKOÖ-Modell wird österreichweit ausgerollt. Eine weitere Möglichkeit, um die Lehre weiterhin voranzutreiben beziehungsweise auch weiterzuentwickeln“, meint WKO-Obmann Klaus Aitzetmüller.

Lehre nach AHS-Matura

Ines Weiermayer ist ein solches Beispiel und sie setzt gleich noch eines drauf: Hat sie doch die AHS-Matura abgeschlossen und im September 2020 mit der Lehre in der Tischlerei Bernegger in Klaus als Tischlereitechnikerin gestartet. „Es taugt mir, zu sehen, wie ein Möbelstück entsteht. Einfach das Ergebnis einer Arbeit zum Schluss sehen. Das ist das Coole an meinem künftigen Beruf“, sagt Ines Weiermayer. Das ist zwar kein üblicher Ausbildungsschritt einer Jugendlichen mit AHS-Matura, am Ende zählt aber die persönliche Zukunftsperspektive, die Ines mit ihrem Schritt setzt. Ihr Chef Peter Bernegger ist sehr erfreut, dass die Maturantin seinen Ausbildungsbetrieb gewählt hat. „Es macht Freude zu sehen, wie sich Ines engagiert und mit Spaß an die Tätigkeiten herangeht. Die Lehrausbildung ist für unsere Branche sehr wichtig“, sagt Peter Bernegger.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden