Arbeiterkammer Kirchdorf: Mehr als 1,98 Millionen Euro Vertretungserfolg
BEZIRK KIRCHDORF. Von den rund 24.000 Arbeiterkammer-Mitgliedern im Bezirk wandten sich im vergangenen Jahr 5.249 Personen mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die Arbeiterkammer (AK) Kirchdorf. „Ein Spitzenwert“, sagt Bezirksstellenleiter Hannes Stockhammer.

Ein Schichtarbeiter aus dem Bezirk Kirchdorf war bereits mehr als 24 Jahre in einem Produktionsbetrieb beschäftigt, als er nach einer schweren Herzoperation um Aufnahme in den Kreis der begünstigten Behinderten ansuchte. „Eine Woche später bekam er die Kündigung vom Dienstgeber“, berichtet Hannes Stockhammer, Bezirksstellenleiter der AK Kirchdorf. Diese Kündigung erfolgte zudem nur einige Monate vor dem Abfertigungssprung von neun auf zwölf Monatslöhne. Daraufhin widersprach der Betriebsrat der Kündigung und schaltete die AK Kirchdorf ein. „Wir haben den Fall eingeklagt“, berichtet Stockhammer. Der Dienstnehmer erhielt schlussendlich eine Abgangsentschädigung in Höhe von rund 16.000 Euro.
5.249 Anfragen bearbeitet
Der Schichtarbeiter war ein Fall von vielen, welchen die Experten der AK Kirchdorf im vergangenen Jahr bearbeiteten. Insgesamt wandten sich 5.249 AK-Mitglieder mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die AK Kirchdorf. 4.351 Beratungen erfolgten telefonisch, 708 persönlich in der Bezirksstelle und 190 Mitglieder ersuchten um Auskünfte per E-Mail. „2021 wandten sich 5.249 Personen an uns – nach dem Jahr 2020 ist das weiterhin ein Spitzenwert für unsere Bezirksstelle“, sagt Stockhammer.
Vor Gericht
135 Fälle wurden gerichtlich oder außergerichtlich abgeschlossen. Im Arbeitsrecht wurden in 56 Fällen rund 230.000 Euro an vorenthaltenem Entgelt für die Betroffenen geholt, davon etwas mehr als 179.000 Euro gerichtlich. In Sozialrechtsangelegenheiten erstritt die AK Kirchdorf im vergangenen Jahr fast mehr als 1,3 Millionen Euro. Dabei ging es hauptsächlich um Pensions- und Rentenansprüche sowie um Pflegegeld. Zusätzlich wurden 2021 für 34 Arbeitnehmer aus fünf insolventen Betrieben im Bezirk rund 436.500 Euro gesichert. In Summe hat die Kirchdorfer AK-Bezirksstelle im vergangenen Jahr 1,98 Millionen Euro an Zahlungen für ihre Mitglieder erreicht.
Appell von Bezirksstellenleiter Hannes Stockhammer: „Nicht zu lange warten und Ansprüche frühzeitig geltend machen“
Beschäftigt habe 2021 die Experten der AK Kirchdorf neben der Pandemiesituation vor allem auch die Themen Entgelt, Lohn, Gehalt sowie Fragen zu Überstunden. „Auffallend war, dass immer wieder Arbeitnehmer wegen kleinerer Probleme zu uns gekommen sind. Zum Beispiel bei fehlenden Lohnzetteln oder weil trotz Krankenstand Urlaub abgerechnet wurde“, berichtet Stockhammer. Viele der Betroffenen würden allerdings zu lange warten und die AK Kirchdorf erst zu spät einschalten. „Wir haben ein massives Verfallsthema. Darum meine Bitte: Nicht zu lange warten und Ansprüche frühzeitig geltend machen.“


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