Perspektiven für junge Landwirte
BEZIRK KIRCHDORF. Auf ihrer Bezirkstour in Kirchdorf besuchten Vertreter der Jungbauernschaft Sebastian und Karina Wöckl (Kaiseredt) in Oberschlierbach. Zuvor machten Bezirksjungbauernobmann Christoph Ebner und Nationalratsabgeordneter Klaus Lindinger bei einem Pressegespräch auf die Herausforderungen der Landwirte, im speziellen der Jungbauern, aufmerksam.

Die jungen Landwirte müssen mit den heutzutage beschlossenen Rahmenbedingungen am längsten arbeiten. Gerade deswegen sei auch eine landwirtschaftliche Vertretung im Gemeinderat wichtig, sagt Bezirksjungbauernobmann Christoph Ebner aus Steinbach an der Steyr: „Man darf sich der Verantwortung nicht entziehen.“ Um die Landwirtschaft auch künftig wettbewerbsfähig zu halten, müssen heute Entscheidungen für die Landwirtschaft von morgen getroffen werden.
Landwirtschaft entwickelt sich stets weiter
„Die Jungbauern sind grundsätzlich innovativ. Es ist aber nicht jedermanns Sache, neue Betriebszweige in der Landwirtschaft einzuschlagen, das muss man sich auch trauen. Wir sind Unternehmer, da spielt die Ausbildung eine große Rolle. Klar ist jedoch, dass sich jeder Betriebsführer auf Veränderungen einstellen muss, denn die Landwirtschaft entwickelt sich stets weiter“, erklärt Christoph Ebner.
Sehr gutes Bildungsangebot
„Du kannst deinen Betrieb nur gut führen, wenn du dich darin selbst verwirklichen kannst. Bildung trägt dazu bei, den Horizont zu erweitern. Das landwirtschaftliche Bildungsangebot in Oberösterreich ist sehr gut“, sagt Jungbauernlandesobmann-Stellvertreter NR Klaus Lindinger und verweist auf das Educa-Ausbildungsprogramm der OÖ Jungbauernschaft, welches jedes Jahr 25 Teilnehmer absolvieren.
Finanzielle Unterstützung wichtig
„Ich bin überzeugt, dass neben der guten Ausbildung der gegenseitige Austausch und der laufende Einsatz für die Anliegen der Jungbauernschaft Früchte tragen. Gerade für die Hofnachfolger sind die Top-Up-Direktzahlungen und der Investzuschuss in den ersten fünf Jahren nach Betriebsübernahme wichtig. Dafür habe ich mich immer stark gemacht, weil die Lebensmittelversorgung durch die Landwirtschaft Perspektiven braucht“, macht Jungbauer Lindinger deutlich.
Flächenverbrauch und Produktionspreis
Als eine der Aufgabe der Jungbauern sieht Christoph Ebner, gegen den Flächenverbrauch zu kämpfen und spricht sich gegen die Agrophotovoltaik aus: „Man muss sinnvolle Plätze für PV-Anlagen finden. Es sind in erster Linie die Dächer und Parkplätze anzufüllen, bevor man ins Grünland geht und den Acker verbaut.“ Zum Thema Förderungen und Ausgleichszahlungen stellt Ebner fest: „Bauern wollen einen fairen Produktionspreis. Dann wären auch Ausgleichszahlungen, die nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind, nicht nötig. Denn davon wollen wir eigentlich nicht leben.“
Reales Bild der Landwirtschaft vermitteln
Mit dem Veranstaltungsformat „Open Bauernhof“ von 23. bis 25. September bietet die OÖ Jungbauernschaft den Konsumenten eine Chance, sich selbst ein Bild der österreichischen Landwirtschaft zu machen. Nähere Infos dazu folgen zeitgerecht.
Starkes Netzwerk für junge Landwirte
Die oberösterreichische Jungbauernschaft als Teil des OÖ Bauernbundes setzt sich für die Interessen der jungen Bauern im Land ein. Neben der Öffentlichkeitsarbeit und der Stärkung der eigenen Mitglieder, liegt der Fokus auf die Vernetzung in und rund um die Landwirtschaft. Die Jungbauern Bezirkstour stärkt den direkten Kontakt zwischen der Landesspitze und den eigenen Mitgliedern, wobei der inhaltliche Austausch dabei im Mittelpunkt steht. Das Netzwerk der Jungbauernschaft im Bezirk Kirchdorf zählt rund 400 Mitglieder. Die Jungbauern haben in jeder Gemeinde einen Ansprechpartner. Als Jungbauer gilt man übrigens bis 40 Jahre.
Jungbauern-Treffen in der Kaiseredt
Ein Treffen zur Vernetzung der Jungbauern im Bezirk Kirchdorf fand am Hof von Familie Wöckl in Oberschlierbach statt. Sebastian Wöckl bewirtschaftet seit 2014 gemeinsam mit seiner Frau Karina die Kaiseredt. Es ist ein Milchviehbetrieb mit Direktvermarktung von Milch und Topfen. Das Getreide wird am Hof gemahlen und zu Vollkornbrot und Gebäck verarbeitet. Erhältlich sind die Produkte am Bauernmarkt in Schlierbach. Hier gehts zum Tips-Bericht über den Betrieb.


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