Von Landwirtschaftsrobotern und „Flexitariern“: Das war der Agrar-Innovationstag in Schlierbach

Sophie Kepplinger Tips Redaktion Sophie Kepplinger, 05.10.2022 14:48 Uhr

SCHLIERBACH. Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) lud zum Agrar-Innovationstag in die Landwirtschaftliche Berufs- und Fachschule in Schlierbach ein. Bei Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen erhielten die Landwirte, Schüler und Wirtschaftstreibenden Einblick in die derzeitigen Herausforderungen in der Landwirtschaft, Rahmenbedingungen für erfolgreicher Agrar-Innovationen, Trends im Lebensmittelbereich und vieles mehr. Auch Tips war beim Agrar-Innovationstag mit dabei.

Die Corona-Pandemie, die Auswirkungen der Klimakrise und nicht zuletzt der Ukraine-Krieg stellen die heimischen Landwirte immer wieder vor neue Herausforderungen. Auch das Verhalten der Konsumenten hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Nahezu jeder Dritte (31,8 Prozent) gab in einer Ernährungsstudie von Veganz im Jahr 2020 an, „Flexitarier“ zu sein. Das heißt, dass an mehr als drei Tagen pro Woche bewusst oder unbewusst kein Fleisch konsumiert wird. Der Trend in Richtung pflanzenbasierter Ernährung wächst stetig weiter – und damit auch die sich wandelnden Anforderungen an die heimische Landwirtschaft.

Das „Innovations-Feuer“ in der OÖ Bauernschaft anfachen

Gerade diese aktuellen Themen bilden für die Landwirtschaft die Chance, neue Wege zu gehen. Und genau darum drehte sich der Agrar-Innovationstag in der Landwirtschaftsschule Schlierbach. „Der Agrar-Innovationstag wurde von mir ins Leben gerufen um das Innovations-Feuer in der OÖ Bauernschaft noch stärker anzufachen. Vorträge und Impulsreferate sollen den Wissensdurst der Bauern stillen und Impulse für neue Betriebsideen stiften“, betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.

Rahmenbedingungen erfolgreicher Agrar-Innovationen

Um dieses „Innovations-Feuer“ lodern lassen zu können, braucht es allerdings gewisse Rahmenbedingungen, so Rainer Haas, Professor im Bereich Agrar- und Lebensmittelmarketing an der Universität für Bodenkultur Wien. „Im Grunde gibt es vier strategische Optionen für innovative Betriebe: Die Strategie der Marktdurchdringung, der Marktentwicklung, der Produkt- und Prozessinnovation und der Diversifikation. Die Herausforderungen für den einzelnen Betrieb, um langfristig erfolgreich zu sein, sind allerdings nicht zu unterschätzen. Deshalb sollte man in der Landwirtschaft auch die Kultur der Kooperation pflegen“, betont Haas. Eine Neidkultur werde die Landwirtschaft nicht voranbringen, aber eine Haltung, die sich bewusst ist, dass wenn man den „Kuchen“ teilt, dann kann er auch wachsen.

Robotik und automatisierte Unkrautbekämfpung

Christoph Metzker, Vorstandsmitglied der RWA Raiffeisen Ware Austria AG – dem Großhandels- und Dienstleistungsunternehmen der Lagerhaus-Genossenschaften in Österreich, kümmert sich mit seinem Team seit 2015 im Agro Innovation Lab darum, Innovationen zum Thema Landwirtschaft und Landtechnik zu finden, nach Österreich zu bringen und zur Marktreife zu entwickeln. Er arbeitet eng mit StartUps aus aller Welt zusammen – und weiß, in welche Richtung die Innovation Challenges gehen werden. „Das Thema Robotik wird in den nächsten Jahren sicher verstärkt Thema sein und in der Praxis Anwendung finden“, sagt Metzker. Aktuelle Schwerpunkte sind auch die automatisierte Unkrautbekämfpung, die im sinne der Nachhaltigkeit auch die persönlichen Zeitressourcen eines jeden Landwirts miteinbeziehen.

Eine Starke Marke fehlt

Was der heimischen Landwirtschaft hinsichtlich der Marktchancen im Bereich pflanzlicher Alternativen noch fehle, seien laut Karl Fischer von Fischer Agrifood vor allem auch eine starke Marke. „Die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu tierischem Eiweiß ist da, sie entwickelt sich kontinuierlich weiter und sie wird vom Markt befriedigt werden. Es kann daher aktuell nur darum gehen, sich in diesem neuen Marktsegment verstärkt zu engagieren und mit Innovationen regionale Angebote aus Oberösterreich für diese Kundenwünsche zu entwickeln“, betont er.

So wird Innovation und Fortschritt vom Land OÖ gefördert

„Innovationen gelingen nur, wenn geeignete Rahmenbedingungen zeitgerecht gegeben sind“, betont die Agrar-Landesrätin, weshalb das Land Oberösterreich mit diversen finanziellen Zuschüssen und Anreizen Fortschritt und Neuerungen in der Landwirtschaft fördere. Besondere Bedeutung kommt der Investitionsförderung zu, deren Ziel es ist, die Wettbewerbsfähigkeit der bäuerlichen Familienbetriebe zu stärken.

Fördervolumen von 312 Millionen Euro

In der aktuellen EU-Förderperiode, die noch bis 31. Dezember 2022 läuft, habe die oberösterreichischen Landwirtschaft eine enorme Investitionsfreudigkeit gezeigt. Mehr als 14.112 Anträge mit insgesamt 26.014 Projekten und einem Fördervolumen von 312 Millionen Euro wurden im Rahmen der Investförderung bewilligt. Bis zum Ende der Förderperiode 5 wird in Oberösterreich ein Fördervolumen von rund 346 Millionen Euro an die landwirtschaftlichen Betriebe geflossen sein. Damit wird ein Investvolumen von 1,5 Milliarden Euro ausgelöst.

Auch bei der aws Investitionsprämie haben Oberösterreich Bauern ihre Investitionsfreudigkeit bewiesen. Von insgesamt 73.000 Anträge, die im Bereich Land-, Forstwirtschaft und Lebensmittel eingereicht wurden, entfällt fast ein Drittel der Anträge (21.326) auf Oberösterreich.

Oberösterreich: Führend in der Landwirtschaft

Das Agrarbundesland Oberösterreich ist im Bundesländervergleich führendes Produktionsland. Jährlich erwirtschaften seine 30.000 landwirtschaftlichen Betriebe einen Produktionswert von zwei Milliarden Euro.

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