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Fokus auf Qualifikation und Gleichberechtigung: Mark-Geschäftsführerin Christina Rami-Mark im Interview

Sophie Kepplinger, BA, 31.10.2023 20:11

SPITAL AM PYHRN. Christina Rami-Mark ist seit 2019 Geschäftsführerin der MARK Metallwarenfabrik GmbH in Spital am Pyhrn. Frauen einzustellen, nur weil sie Frauen sind – davon hält die 35-Jährige nichts. Vielmehr sollte der Job an die besser qualifizierte Person gehen. Dass Frauen genauso kompetent sind wie Männer, ist für Christina Rami-Mark dabei selbstverständlich.

Christina Rami-Mark ist seit 2019 Geschäftsführerin der MARK Metallwarenfabrik GmbH in Spital am Pyhrn (Foto: MARK Metallwarenfabrik GmbH)

Tips: Was hat Sie 2019 dazu motiviert, die Position als Geschäftsführerin anzunehmen?

Christina Rami-Mark: MARK ist ein Familienbetrieb mit einer mehr als einhundertjährigen Geschichte. In dieser Position hat man die große Chance, ein regionaler Player zu sein, für eine stabile Regionalentwicklung zu sorgen und für viele Mitarbeiter Arbeitgeber zu sein. Bevor ich die Geschäftsführung übernommen habe, war es mir allerdings wichtig, eigenständig eine Karriere aufgebaut zu haben – was mir mit meiner universitären Laufbahn auch gelang.

Tips: Welche Herausforderungen haben Sie als Frau in dieser männlich dominierten Branche erlebt?

Rami-Mark: Frauen in der Wirtschaft – oder ganz generell – müssen gefühlt oft doppelt so viel arbeiten als alle anderen, um in Führungspositionen zu kommen – und dort auch ernst genommen zu werden. Das ändert sich aber Gott sei Dank sukzessive.

Tips: Gibt es Vorteile als weibliche Führungskraft?

Rami-Mark: Ich denke, Vorteile gibt es vor allem dann, wenn Teams gut gemischt sind und verschiedenste Blickwinkel zusammenkommen. Dass Frauen anders, zum Beispiel emotionaler, agieren als Männer, halte ich für ein Gerücht – das können Männer genauso, nur auf eine andere Art und Weise.

Tips: Wie fördern Sie die Gleichstellung von Frauen und Männern in Ihrem Unternehmen?

Rami-Mark: Wir schreiben die Stellen geschlechtsneutral aus und nehmen die Person, die besser geeignet ist. Wir schauen auch bei unseren Lehrlingen, dass wir die besten nehmen. Ich halte nichts davon, Frauen einzustellen, nur weil sie Frauen sind – das bringt weder ihnen noch uns etwas. Wir fördern Frauen aber insofern, dass sie die gleichen Chancen und Möglichkeiten bekommen wie ihre männlichen Kollegen – auch Equal Payment ist uns sehr wichtig.

Tips: Welche Ratschläge würden Sie anderen Frauen geben, die eine Führungsposition anstreben?

Rami-Mark: Sich ein dickes Fell zulegen, klar für sich einstehen, mutig sein und seinen eigenen Weg gehen. Auch Führungskräftetrainings, die speziell für Frauen ausgelegt sind, machen durchaus Sinn.

Tips: Wie gehen Sie mit Vorurteilen und Stereotypen um, die möglicherweise gegenüber weiblichen Führungskräften bestehen?

Rami-Mark: Ich denke, mit Humor kann man über vielem darüberstehen. Und man kann oft sehr schnell beweisen, dass ein Vorurteil eben nur eines ist: ein Vorurteil.


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