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Bilanz der Arbeiterkammer Kirchdorf: Rechtsexperten erkämpften 2023 mehr als 3,3 Millionen Euro

Sophie Kepplinger, BA, 31.01.2024 14:43

BEZIRK KIRCHDORF. Im vergangenen Jahr wandten sich Rat- und Hilfesuchende 4.033 Mal an das Team der Arbeiterkammer (AK) Kirchdorf. Die AK-Mitglieder suchten vor allem zu den Themen Entgelt, Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension, Altersteilzeit, Auflösung des Arbeitsverhältnisses und Pflegegeld Beratung, berichtet Bezirksstellenleiter Hannes Stockhammer.

Hannes Stockhammer, Leiter AK-Bezirksstelle Kirchdorf und AK-Präsident Andreas Stangl (v.l.) bei der Pressekonferenz in Micheldorf (Foto: AK OÖ / Wolfgang Spitzbart .)

Ein Arbeiter war im Lager einer Schlosserei beschäftigt. Wie sich später herausstellen sollte, war er die ersten zwei Wochen nicht bei der ÖGK angemeldet. Nach rund drei Monaten im Betrieb suchte er das Gespräch mit dem Meister, der ihn daraufhin voller Vorwürfe sofort nach Hause schickte. Der Arbeiter wandte sich an die Arbeiterkammer Kirchdorf, die in seinem Namen Beendigungsansprüche, Kündigungsentschädigung, Lohndifferenz, nicht bezahlte Überstunden sowie die Nachversicherung für die Zeit der Nichtanmeldung geltend machte. In Summe bekam der Mann dadurch 8.719 Euro nachbezahlt. „Solche Fälle sind im Arbeitsrecht keine Seltenheit“, berichtet Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Hannes Stockhammer.

AK Kirchdorf half im vergangenen Jahr mehr als 4.000 Mal

Der Fall des Arbeiters war einer von vielen, den die Experten der AK Kirchdorf im vergangenen Jahr bearbeiteten. Mit Ende des Jahres 2023 waren im Bezirk Kirchdorf 24.210 AK-Mitglieder mit Hauptwohnsitz gemeldet. Im vergangenen Jahr wandten sich Rat- und Hilfesuchende 4.033 Mal an die AK Kirchdorf: in 3.019 Fällen telefonisch, in 823 Fällen persönlich und in 191 Fällen per E-Mail.

Hauptsächliche Gründe für Rechtshilfen und -vertretungen waren Differenzen bei der Endabrechnung von beendeten Arbeitsverhältnissen, offenes Entgelt aus dem laufenden Arbeitsverhältnis sowie rechtswidrige Entlassung. In den Sozialrechtsangelegenheiten dominierten die Themen Pension oder Pflegegeld.

Kampf um jeden Euro: Kein Unterschied ob große oder kleine Beträge

Zahlungen von insgesamt 3.328.354 Euro hat die AK Kirchdorf in Summe 2023 an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder erreicht. Einen Unterschied zwischen großen oder kleinen Beiträgen machen die AK-Rechtsexperten dabei nicht: So wurden etwa für eine Angestellte 173 Euro für zwei „Schnuppertage“ per Intervention erreicht. Den höchsten Betrag von insgesamt 272.000 Euro hat die AK Kirchdorf für einen Mitarbeiter eines Unternehmens erstritten, der im Rahmen seiner Arbeit eine Erfindung machte. Für die Überlassung dieser Erfindung an das Unternehmen stand ihm eine Vergütung zu, die er erst nach einem aufwändigen Rechtsstreit und einem Vergleich bekam.

Neubau der AK-Bezirksstelle voraussichtlich im Sommer 2024 abgeschlossen

„Wir legen großen Wert darauf, wohnortnahe für unsere Mitglieder da zu sein und in die Bezirksstellen zu investieren. In Kirchdorf etwa wird das Gebäude der Arbeiterkammer aktuell neu gebaut“, so AK-Präsident Andreas Stangl. Bis Sommer 2024 sollen die Bauarbeiten fertiggestellt sein. Bis dahin ist die AK-Bezirksstelle in der Hauptstraße 2 in Micheldorf zu finden.


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