Bezirksstellenausschuss der Wirtschaftskammer Kirchdorf prüft die Region auf ihre "Zukunftsfitness"
KIRCHDORF AN DER KREMS. Der Lebens- und Wirtschaftsraum im Bezirk Kirchdorf weise im Gesamten gute Daten auf, informiert der Bezirksstellenausschuss der Wirtschaftskammer Kirchdorf, dessen Mitglieder die Infrastruktur in der Region auf ihre „Zukunftsfitness“ prüfte.

Viele Daten des Wirtschaftsstandortes „Bezirk Kirchdorf“ seien trotz sinkender Zahlen gegenüber den drei Vorjahren besser als vor der Pandemie. So gibt es um 350 offene Stellen mehr als im Jänner 2017 (per 31. Jänner 2024: 799 offene Stellen). Ähnlich verhält es sich bei der Arbeitslosigkeit im Jänner: 2024 waren 1381 Personen arbeitslos, im Jänner 2017 waren es 1.639. „Diese Vergleiche sollen die Realität besser darstellen und die Stimmung aufhellen. Aber ja, es stimmt, fast alle Branchen melden einen geringeren und vor allem kurzfristigeren Auftragsstand“, so Klaus Aitzetmüller, Obmann der Wirtschaftskammer Kirchdorf.
Seit dem Jahr 2010 treten mehr Personen aus dem Erwerbsleben aus als ein
Das Thema „Mitarbeitermangel“ sei zwar in bestimmten Branchen im Moment etwas abgekühlt, werde aber die Arbeitgeberbetriebe in den nächsten Jahren wieder mit voller Wucht treffen. Grund dafür: die demografische Entwicklung. „Seit dem Jahr 2010 treten mehr Personen aus dem Erwerbsleben aus als ein. Die Generation der Babyboomer verschärft diese Situation“, sagt Aitzetmüller. Der Wirtschaftsstandort müsse daher für den qualifizierten Zuzug attraktiv gehalten und vor allem weit über die Bezirksgrenzen hinaus beworben werden. „In Zeiten der Verunsicherung ist das nicht einfach umzusetzen. Wir müssen die Kräfte bündeln“, betont der WKO-Obmann.
Screening des Wirtschaftsstandortes
Unter diesen Gesichtspunkten wird der Wirtschaftsstandort vom Bezirksstellenausschuss der WKO Kirchdorf einem Screening unterzogen. „Der Wirtschaftsstandort muss im Bereich der Infrastruktur top zukunftsfit sein“, zeigt sich Aitzetmüller motiviert. Neben der Infrastruktur müsse ein Klima geschaffen werden, das zu Zukunftsprojekten motiviert. Als jüngste Beispiele seien hier die Ernennung zur MINT-Region (Tips berichtete: Neues Netzwerk „MINT-Region Traunviertel“ soll Jugend für die Technik begeistern) und die Teilnahme der Region bei der „Langen Nacht der Forschung“ (Tips berichtete: Bezirk Kirchdorf feiert Premiere bei der Langen Nacht der Forschung 2024) zu nennen.
Analyse der Infrastruktur
Zur Analyse der Infrastruktur zählen Bereiche wie der Verkehrswege in allen Ausprägungen und Varianten, die Datenübertragungsausstattung, notwendige Infrastruktur für die Tourismusentwicklung, Ausbildung und Kinderbetreuung, Wohnsituation und Wohnmöglichkeiten sowie die Freizeitmöglichkeiten für Mitarbeiter. Das Thema „Energie“ nahm in der ersten Besprechung des Bezirksstellenausschusses einen besonderen Stellenwert ein. „Dieses Thema ist für die Zukunftsentwicklung entscheidend. In diesem Bereich ist die notwendige Infrastruktur daher genauestens im Fokus zu halten“, sagt Klaus Aitzetmüller. Dies betreffe etwa Fragen, wie ein Energieüberschuss von Photovoltaikanlagen auf Betriebsgebieten, beispielsweise am Wochenende, für Mitarbeiter und die Region genutzt werden könnte.
Auch in den nächsten Sitzungen des Bezirksstellenausschusses werde das Thema „Zukunftsfitte Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort Bezirk Kirchdorf“ einen Schwerpunkt bilden.


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