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KIRCHDORF AN DER KREMS. Ingrid Breitwieser aus Kirchdorf schrieb einen Leserbrief über den Misstrauensantrag gegen Bürgermeisterin Vera Pramberger (SPÖ) in der vergangenen Kirchdorfer Gemeinderatssitzung.

 (Foto: Tips)
(Foto: Tips)

An die Menschen der drei Parteien, die im Gemeinderat vom 30. April unserer Bürgermeisterin Vera Pramberger das Misstrauen ausgesprochen haben.

Obwohl im Urlaub, war es mir wichtig, die Gemeinderatssitzung über Stream mitzuverfolgen, leider hat die Verbindung nicht bis zum Schluss gehalten. Aber die ersten Redner und zwei Rednerinnen konnte ich sehen und hören – und da ist mir doch tatsächlich Sehen und Hören vergangen. Bereits nach den ersten Sätzen der ersten Rede wurde mir Angst und Bang, mit welch unglaublicher Verachtung über Frau Vera Pramberger, Bürgermeisterin von Kirchdorf, Gericht gehalten wurde. Erschüttert stellte ich nach diesen Reden fest, hier bei einem Redewettbewerb für Scharfrichter gelandet zu sein. Da hat auch die Beteuerung, es ginge nicht um die Person von Frau Pramberger sondern um die Funktion von Frau Pramberger als Bürgermeisterin, nicht geholfen, ganz im Gegenteil, es hat Sie anscheinend noch mehr ermächtigt, sie als Person anzugreifen und zu beschädigen. Sie sprachen viel davon, wie sich Frau Pramberger verhalten hätte sollen, leider konnte ich in Ihren Reden von diesem erwünschten Verhalten bei Ihnen nichts feststellen. Schade, da hätten Sie zeigen können, was Sie mit sozialer Kompetenz, Teamverständnis, Fehlerkultur meinen. In ihren Anschuldigungen haben Sie manches so dargestellt, wie Sie es eigentlich nicht wünschen, manches weggelassen, anders dargestellt oder übertrieben, sodass der Eindruck entsteht, Sie hätten die Wahrheit.

Eines sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben, für eine gelebte, gelingende Fehlerkultur, braucht es unter anderem eine Atmosphäre des Wohlwollens, Achtung vor der Person, Herzlichkeit und wenn möglich ein Quäntchen Humor und Selbstironie. Doch daran dürfte es bei Ihnen gehapert haben. Auch E-Mails kann „Mann“ unterschiedlich verfassen, und auch da gäbe es Umgangsformen, die der Sache dienen.

Die Liste könnte ich noch fortsetzen, weil vom Fach. Aber genug!

Im Grunde bleibt übrig, dass ich gedacht habe, für unsere kleine liebenswerte Stadt Kirchdorf müsste es möglich sein, über Parteigrenzen hinweg, eine gelingende Zusammenarbeit zu schaffen, und ich dachte tatsächlich von diesen 17 Personen, die diesen Antrag unterschrieben haben, hätten einige die Courage umzukehren und nicht zu unterschreiben und mit all ihren Kompetenzen und Herzensbildung einen Weg zu finden und die Hand zu reichen. Wie konnte ich mich so täuschen.

Übrig bleibe ich mit meinem Entsetzen über dieses unwürdige Spiel.

Ingrid Breitwieser aus Kirchdorf


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