Kremstaler Hofbäckerei macht Zeit zur wichtigsten Zutat
WARTBERG AN DER KREMS. In der Kremstaler Hofbäckerei wird Brot nach traditionellen Methoden gebacken – mit regionalen Zutaten, Handarbeit und ausreichend Zeit. Bäckermeister Markus Resch verfolgt dabei die Philosophie „Echt. Ehrlich. Eigenhändig.“

Was dahinter steckt, beschreibt Resch so: „Echt bedeutet: regionale Rohstoffe, Sauerteig, innovative Verfahren. Ehrlich bedeutet: keine Fertigmischungen, traditionelle Rezepte ohne Zusatzstoffe. Und eigenhändig heißt, dass wir mit echten Bäckern arbeiten, Lehrlinge ausbilden und auf Handarbeit setzen. Convenience ist tabu.“
Zutaten aus der Region
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Zusammenarbeit mit Produzenten aus der Region. „Unser Mehl kommt zu 100 Prozent aus Oberösterreich und Zutaten wie Eier, Kümmel, Mohn oder Kürbiskerne direkt aus Wartberg – schön, wenn man den Produzenten persönlich kennt“, sagt Resch.
Vertrauen entstehe dabei langfristig zwischen allen Beteiligten.
Zeit als wichtigster Rohstoff
Seit mehr als 15 Jahren setzt die Hofbäckerei zudem auf das sogenannte PATT-Verfahren. Dabei werden Teiglinge bei rund einem Grad gelagert. „In diesem Temperaturbereich sind Enzyme und Hefen noch aktiv und produzieren Aromastoffe“, erklärt Resch. So würden Geschmack und Bekömmlichkeit verbessert. „Unser wichtigster Rohstoff ist Zeit.“
Trotz des höheren Aufwands hält Resch an dieser Methode fest: „Die bessere Produktqualität rechtfertigt jeden aufwendigen Prozess.“ Gleichzeitig könne die Produktion flexibler gestaltet werden.
Handarbeit
Handarbeit bleibt ein zentraler Bestandteil im Betrieb. „Wenn man echtes Handwerk verkauft, gleicht nicht immer jedes Stück dem anderen – aber das akzeptieren die Kunden, weil sie wissen, was sie dafür erhalten – ein ehrliches Stück Handwerk“, so Resch.
Tradition bildet dabei die Grundlage, wird aber durch neue Ansätze ergänzt. „Zuerst Tradition – Rezepte und Techniken wie sie das Handwerk vorschreibt, dann Innovation“, beschreibt Resch seinen Zugang.
Beliebtes Bauernbrot
Ein fester Bestandteil im Sortiment ist das Bauernbrot. „Nur fünf Zutaten reichen aus: Mehl, Wasser, Salz, Gewürze, Hefe“, erklärt Resch. Auch hier spiele die Reifezeit eine entscheidende Rolle.
Ergänzt wird das Angebot durch saisonale Produkte wie Nuss- oder Bärlauchbrot.
Auch beim Thema Energie setzt der Betrieb Veränderungen um, etwa durch den Umstieg auf Strom und den Einsatz von Photovoltaik.
„Wünsche mir mehr Respekt und Wertschätzung für Lebensmittel“
Für die Zukunft des Bäckerhandwerks wünscht sich Resch vor allem eines: „Ich wünsche mir, dass Lebensmittel wieder etwas mehr Respekt und Wertschätzung erfahren. Die Bäckerei ist eine der schönsten Berufe, die es gibt. Am Ende eines Arbeitstages sieht man ein tolles Ergebnis und alle freuen sich über frisches Brot und Gebäck.“


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