"Wirtshaus, Stall und Kinder – wie ist sich das nur ausgegangen"
KIRCHHAM. Vor zwei Jahren wurde das „Gasthaus Hagenmühle“ geschlossen. Wer heute bei der Gaststube anklopft, hat aber dennoch gute Chancen, dort die ehemalige Wirtin Berta Eder anzutreffen.

„Ich bin einfach immer noch die Wirtin“, erklärt Berta Eder mit einem Schmunzeln. Vor fast fünfzig Jahren übernahm sie gemeinsam mit ihrem Mann den jahrhundertealten Gasthof von einem kinderlosen Verwandten. „Wir mussten damals sofort umbauen, sonst hätten wir zumachen müssen: Es gab nur ein Plumpsklo auf der anderen Straßenseite – und auch keine Heizung“, erzählt Berta Eder.
Viel Arbeit und humorvolle Gedichte
Während des Umbaus lief der Gastbetrieb weiter, es gab sechs Kinder zu versorgen und den Stall zu betreuen: „Wie ist sich das nur ausgegangen“, sinniert die 93-jährige. Nebenbei fand sie sogar noch Zeit zu dichten: humorvolle Werke, die Berta Eder heute noch aus dem Gedächtnis vortragen kann.
Erinnerungen an Auftritt von Sigrid und Marina
Vor allem aber sorgte sie als Wirtin mit ihrem Kochkünsten für regen Betrieb in der Gaststube – besonders bei der legendären Wildpartie: „Die hat zwei Wochen gedauert, und Platz war immer noch zu wenig.“ Auch die Kirchhamer Sängerinnen Sigrid und Marina hatten im Gasthof einen ihrer ersten Auftritte, wie ein Foto belegt.
Legendäres Beuscherl
In den 1980er-Jahren übergab Berta Eder den Betrieb an ihren Sohn Siegfried, vor zwei Jahren wurde das Gasthaus Hagenmühle endgültig geschlossen. Aber: „Vor allem um mein Beuscherl jammern die Leute heut noch“, erzählt die rüstige Seniorin.


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