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Oberösterreichs Wälder sichern viele Arbeitsplätze
KIRCHHAM. Rund 70.000 Oberösterreicher erwirtschaften ihr Einkommen direkt oder indirekt aus dem Forst- und Holzsektor. Dieser zählt damit zu den wesentlichen Stützen des Wirtschaftsstandortes. Auch die Familie des Kirchhamer Landwirts Wolfgang Pühringer lebt, neben der Biomilchviehhaltung, von den Erträgen ihres 20 Hektar großen Waldes, die zum Teil im eigenen Betrieb veredelt werden.

Da er weniger als 200 Hektar bewirtschaftet, zählt Wolfgang Pühringer, vulgo „Großriedl“, zu den Kleinwaldbesitzern. Diese pflegen und bewirtschaften etwa die Hälfte der heimischen Waldflächen. Mit zwei Drittel (1,74 Millionen Erntefestmeter) des insgesamt genutzten Holzes im vergangenen Jahr lieferten sie den größten Beitrag zur Versorgung der heimischen Marktpartner. Einkommensquelle Holzveredelung Auch Wolfgang Pühringer bietet sein Holz auf dem lokalen und weiteren Markt an. Vor rund 15 Jahren begann er zudem, das Lärchenschwachholz – also die dünneren Stämme – selbst zu veredeln und so die Wertschöpfung im eigenen Betrieb zu steigern. „Zuerst haben wir die Stämme entrindet und Pflöcke gemacht, dann wurde es nach und nach immer professioneller“, erzählt Wolfgang Pühringer. Heute bietet er neben zylindrisch gleich stark gefrästen Rundhölzern auch Kinderspielgeräte, Holzzäune, Hollywoodschaukeln und Gartenmöbel aus dem witterungsbeständigen Lärchenholz an – alles selbst im eigenen Betrieb auf dem Feichtenberg hergestellt. Verkauft werden die Produkte direkt an die Kunden: über die eigene Website, auf Messen und zunehmend über Mundpropaganda, wie Pühringer erzählt. Der vierfache Familienvater betreibt die Holzveredelung als „land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeit“, die für ein jährliches fixes Einkommen sorgt. Unterstützt wird er von seiner Frau Seraphine, die in der Landwirtschaft stark engagiert ist, und von seinen zwei Söhnen. „In unserem Vollerwerbsbetrieb sichern wir unsere Arbeitsplätze selbst“, so Pühringer. Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft Der ausgebildete Landwirtschaftsmeister und Forstwirtschaftsmeister legt großen Wert auf Nachhaltigkeit – sowohl im Stall als auch im Wald. Seine Kühe produzieren seit über 20 Jahren Biomilch und stammen aus eigener Nachzucht. Im Wald verzichtet er auf Kahlschläge und Übernutzung. Durch Naturverjüngung werden die entnommenen Bäume vom Wald selbst ersetzt. „Man muss zwar beim Fällen und beim Abtransport vorsichtig sein, um die jungen Bäume nicht zu sehr zu schädigen, aber dafür spart man sich im Vergleich zum Setzen kleiner Bäume rund 15 Jahre, weil der Nachwuchs ja schon da ist“, erklärt Pühringer, der 2010 mit dem Österreichischen Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft ausgezeichnet wurde. Sein Können gibt er unter anderem im Altmünsterer AgrarBildungsZentrum Salzkammergut als Ausbildner im Fach „Forstwirtschaftspraxis“ weiter. Als „Waldhelfer“ des bäuerlichen Waldbesitzerverbandes organisiert er zudem die Holzvermarktung in der Region und bietet forstliche Beratung an. Familientag des Waldes Wer die Arbeit im Wald von Wolfgang Pühringer hautnah kennenlernen möchte, der hat dazu am Sonntag, 14. Juni, von 10 bis 16 Uhr Gelegenheit. Beim „Familientag des Waldes“, organisiert von der Landwirtschaftskammer, kann man sich bei einem Waldrundgang über die verschiedenen Bewirtschaftungsformen informieren. Die Themen reichen von der Jagd über die Christbaumkultur bis zur Energieholzgewinnung. Es gibt auch die Möglichkeit, beim Fällen eines Baums dabei zu sein. Für die Bewirtung sorgt die Ortsbauernschaft. Infos auf www.familienwaldtag.at.


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