Klaffer ist jetzt ihre Heimat: Sanida und Enis wollen nicht zurück in den Kosovo
KLAFFER. Vor 14 Monaten sind Sanida und Enis Avdiji gemeinsam mit ihren Eltern und dem jüngeren Bruder in Klaffer angekommen und haben sich hier eine Zukunft aufgebaut. Doch der ganzen Familie aus dem Kosovo droht jetzt die Abschiebung.

Als die beiden Geschwister in die Tips-Redaktion kommen und ihre Lage schildern, können sie gar nicht verstehen, warum sie zurück in den Kosovo müssen. Das ist für sie keine Heimat mehr. „Wir haben hier eine Lehre begonnen (Sanida im Bärnsteinhof, Enis im Hotel Almesberger), auch unser Papa arbeitet und wir können uns selbst versorgen. Wir brauchen keine Unterstützung mehr“, erzählen die Jugendlichen, die innerhalb der 14 Monate in Österreich gut Deutsch gelernt und hier Freunde gefunden haben. In der Freizeit arbeiten sie freiwillig im Sozialmarkt in Aigen-Schlägl mit. Ihr Vater ist sogar bei den Proben der Musikkapelle dabei und spielt das Schlagzeug.
Mit dem negativen Asylbescheid, den sie jetzt bekommen haben, kommt ihre ganze Zukunft ins Wanken. „Wir wollen nicht zurück“, sagen die Beiden und hoffen auf Unterstützung.
„Ein Musterbeispiel der Integration“
Diese bekommen sie unter anderem von Klaffers Bürgermeister Franz Wagner. „Die ganze Familie ist ein Musterbeispiel an Integration“, bestätigt er und nennt etwa den Einsatz der Avdijis für die Gemeinde: „Sie haben den Ortsplatz gewässert, Gehsteige gekehrt, Gras gemäht, beim Kräuterkirtag geholfen. Wir bemühen uns, dass sie jetzt in Klaffer bleiben dürfen. Denn sie sind ja nicht grundlos aus dem Kosovo geflohen“, betont Wagner.
In seiner Gemeinde sind derzeit 46 Asylwerber untergebracht. Die Gemeinde unterstützt deren Integrations-Bemühungen und „dank der vielen Freiwilligen funktioniert es wirklich gut“, sagt der Ortschef.
Josef und Maria inmitten des Flüchtlingstroms
ALTENFELDEN. Flüchtlinge und einen Platz für diese Menschen zu finden, war auch Thema bei der Kindermette in Altenfelden: Was wäre wenn Josef und Maria 2000 Jahre später auf Herbergsuche gewesen wären? Hätten sie heute einen Platz gefunden? Lehrerin Elfriede Eichbauer stellte mit ihren Schülern der dritten Klasse der Musikvolksschule diese Frage und zeigte damit Schicksale von Flüchtlingen auf, die in Rohrbach vorübergehend eine Bleibe gefunden haben. Die Kinder erzählten mit ihrem Herbergspiel von Achmed aus Syrien, der geflohen ist, um nicht auf seine Landsleute schießen zu müssen; von einem afghanischen Flüchtling, der seine Eltern und Geschwistern zurücklassen musste, weil das Geld nur für seine Flucht reichte, und der einfach nur lernen und studieren möchte; von einem Flüchtling aus Somalia, dessen Boot auf der Fahrt über das Mittelmeer gesunken ist - nur wenige wurden gerettet. Sie zeigten aber auch auf, dass die Menschen in Not nicht überall willkommen sind - viele haben Angst, sie nehmen ihnen etwas weg oder sie bringen Gewalt.
In Altenfelden sollen ebenso wie in St. Martin im Frühjahr Unterkünfte für Flüchtlinge geschaffen werden. Dafür errichtet die Ulrichsberger Baufirma Resch nahe der Einrichtung Artegra bzw. beim Heizwerk in St. Martin Böhmerwaldhäuser in Holzriegelbauweise. Die Gebäude sind für jeweils 48 Bewohner geeignet. Bau und Betrieb übernimmt das Rote Kreuz.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden