Von einem Pseudoskorpion, der Bienen rettet und einem Fest in Klein-Pöchlarn
KLEIN-PÖCHLARN. Den Holz-Pavillon nebst der Bundesstraße in Klein-Pöchlarn kennt man. Er und die Wiese rund um ihn stehen ganz im Zeichen der Bienen. Betreut wird das Stück Natur von Imkermeister Roland Heinzle. Am 25. und 26. Mai organisiert er auf der Donaulände gemeinsam mit dem Imkerverein Pöggstall ein großes Bienenparkfest. Mit dabei wird auch Heinzles 18-jährige Tochter Sarah sein. Sie arbeitet gerade am Aufbau einer Bienen-Forschungsstation, die sich rund um den sogenannten Bücherskorpion drehen wird. Tips hat die beiden und ihre vier Millionen Mitarbeiter besucht.

Erst vor wenigen Tagen machte eine Umfrage von Marketagent in den Medien die Runde. Das Ergebnis: Die wichtigste Tierart für das Ökosystem ist aus Sicht der Österreicher die Biene. Das zeigt: Bewusstsein für die Bienen und ihr Tun ist jedenfalls in der Bevölkerung vorhanden. Das dürfte bestimmt auch Roland Heinzle freuen. Er ist nämlich Imkermeister, betreibt eine Bio-Honig-Manufaktur und kümmert sich um den Bienenpark in Klein-Pöchlarn. Wer ihn zuhause besucht, merkt schon am Weg zur Haustüre, wofür das Herz der Heinzles schlägt. Denn es summt, brummt und schwirrt rund um den Hof der Imker-Familie.
Stich ins Honigbierfass
„Schütze ich die Bienen, schütze ich die Natur und auch mich selbst“, hält Roland Heinzle fest. Das Bienensterben bewegt ihn, er möchte die Menschen sensibilisieren. „Wir tragen dafür Verantwortung, dass auch die nächsten Generationen noch eine intakte Natur vorfinden.“ Im Bienenpark in Klein-Pöchlarn gibt er regelmäßig sein Wissen an Schüler weiter. Am 25. und 26. Mai wird dort zum Bienenparkfest geladen – inklusive Honigbieranstich. Mit Wanderungen, Infoständen, Verkostungen und vielem mehr will man noch mehr Menschen für die Biene begeistern und Aufklärungsarbeit leisten.
Nachfrage und Angebot
Heinzle setzt auf eine ökologische Bienenhaltung. Die Landwirtschaft gegen die Imker auszuspielen, davon hält er nichts. „Es braucht eine Symbiose, ein Miteinander.“ In der Pflicht sieht er den Konsumenten. „Er ist in der Lage, zu steuern. Er bestimmt mit seinen Käufen, welche Produkte in den Supermarktregalen landen.“
Bücherskorpion versus Varroamilbe
Die Imkerei hat bei den Heinzles Familientradition. Heinzle selbst imkert in vierter Generation, die fünfte scharrt mit Tochter Sarah bereits in den Startlöchern. Die 18-Jährige besucht die HLUW Yspertal und steht kurz vor ihrem Schulabschluss. Dieser Tage bestreitet sie die Maturaprüfungen. Ihre Diplomarbeit hat sie – wie sollte es anders sein – über Bienen geschrieben. Bekommen hat sie dafür übrigens ein „Sehr gut“. Eine zentrale Rolle spielt in ihrer Arbeit aber nicht nur die Biene. Intensiv beschäftigt hat sich Sarah auch mit dem sogenannten Bücherskorpion. Er, ein wenige Millimeter großes Spinnentier, macht es sich gerne in den Behausungen der Bienen gemütlich und hält sie von Milben frei. Als in den 1970er Jahren die eingeschleppte Varroamilbe begann, in den heimischen Bienenstöcken Einzug zu halten und durch ihr parasitäres Verhalten die Bienen zu schwächen und zu töten, setzten viele Imker auf chemische Mittel, um dem Varroamilben-Befall Herr zu werden. Dabei tötete man aber auch vielfach die Bücherskorpione.
Ein Geheimnis
Sarah Heinzle analysierte nun in ihrer Diplomarbeit, wie der Bücherskorpion, ein natürlicher Feind der Varroamilbe am effektivsten wieder in die Behausungen der Honigbienen integriert werden kann. Bei einer theoretischen Analyse soll es nun aber nicht bleiben. Sarah will am Rindfleischberg eine Forschungsstation errichten. Dort soll über einige Jahre hinweg beobachtet werden, unter welchen Bedingungen das Zusammenspiel von Biene und Bücherskorpion am besten funktioniert. „Ich bin mit der Imkerei aufgewachsen, das Forschen taugt mir“, erklärt die HLUW-Schülerin. Woher die Heinzles die Bücherskorpione für das Forschungsprojekt bekommen, wollte man noch nicht verraten. „Das bleibt noch ein Geheimnis“, so Roland Heinzle schmunzelnd. Man darf also gespannt sein. Vielleicht wird es ja beim Bienenparkfest am 25. und 26. Mai verraten.


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