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KLEINZELL. Was jeder einzelne für den Klimaschutz tun kann, zeigte die Gemeinde Kleinzell bei den ersten Energie- und Klimatagen auf. Im Mittelpunkt stand vor allem der Plastikmüll, der sowohl für die Umwelt, als auch für die Gesundheit eine Gefahr ist.

  1 / 10   Die ganze Ortsdurchfahrt haben Kleinzeller Kinder am autofreien Tag bunt angemalt. Foto: Gemeinde Kleinzell

Asthma, Allergien, Fettleibigkeit, Unfruchtbarkeit, Krebsanfälligkeit: „Die Weichmacher im Plastik, die sind wirklich gefährlich“, brachte es Martin Kohlmaier in seinem Impulsreferat zur Eröffnung der Energie- und Klimatage auf den Punkt. Das Problem ist, dass Plastik überall enthalten ist - im Kinderspielzeug, im Waschgel, in Zahnpasta. „Durch Reibung, Auswaschung oder bei großer Hitze entweichen diese Weichmacher, gehen in unseren Körper oder ins Grundwasser. Studien zeigen, dass in der Donau mehr Plastikpartikel als Jungfische schwimmen. Fische, Schildkröten oder Seevögel fressen dieses Plastik - und verhungern bei vollem Magen“, zeigte der Referent auf. 40 Tonnen Plastik werden jeden Tag an der Mündung im Schwarzen Meer angeschwemmt, im Pazifik schwimmt Plastikmüll auf einer Fläche so groß wie Europa.

Konsument entscheidet

Das Wichtigste ist also, Plastik so gut es geht zu vermeiden und Alternativen zu verwenden. Etwa Glas, Bisphenol A (BPA)-freie Flaschen, Maisstärke- oder Stoffsackerl, Zuckerrohr-Geschirr. Der Konsument müsste selber bewusster entscheiden und sich überlegen, was für ein gutes Leben tatsächlich notwendig ist: Das war auch der Grundtenor bei der anschließenden Diskussion, bei der nicht nur vom Plastikmüll geredet wurde. Die Globalisierung sei außer Kontrolle, meinte etwa Norbert Rainer vom Klimabündnis OÖ: „Regional, saisonal, wenn möglich biologisch einkaufen ist sicher klimafreundlicher.“ Dasselbe gilt für die Energieproduktion, bei der die Klima- und Energiemodellregion den regionalen, bürgernahen Weg unterstützt. Johannes Scherrer sagte dazu: „Heuer werden 14 neue Photovoltaikanlagen über Bürgerbeteiligung realisiert, mit einer Leistung von 300 kWpeak.“ Das schafft Autarkie in der Region. Und Ursula Salomon, die seit 22 Jahren in der Abfallwirtschaft tätig ist, träumt davon, dass solche Jobs nicht mehr gebraucht werden. „Schon bei der Entwicklung von Produkten müssen wir schauen, dass sie reparaturfähig, kompostierbar und recyclefähig sind.“

Ortsplatz wurde autofrei

Den autofreien Ortsplatz nutzten am Tag darauf die Kleinzeller Kinder, um die Straßen bunt zu bemalen. Außerdem hatten kleine und große Besucher ihren Spaß beim Testen und Erleben der Elektro-Mobilität.


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