Der Kollaschläga Zega geht um die Welt
KOLLERSCHLAG. Das Plastiksackerl von früher erlebt heute eine Renaissance als Präsent aus der Heimat: Seit fast 20 Jahren näht Paula Höllinger den einst für das Obere Mühlviertel so typischen Zega. Mittlerweile ging diese Stofftasche weit über die Grenzen hinaus.

Außen Mühlviertler Leinen, innen Trachtenstofffutter, verziert mit Handmalerei, handgehäkelter Spitze und Zwirnknöpfen und ergänzt mit einem Eisenring zum Tragen: So schaut der Kollaschläga Zega aus, der zwar nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit geriet, heute aber immer öfter nachgefragt wird. Und das ist Bürgermeister Franz Saxinger zu verdanken: Er wollte einen für die Gemeinde typischen Geschenkartikel schaffen und da kam ihm während der Sonntagspredigt die Idee, den Zega wieder anfertigen zu lassen. Paula Höllinger hat sich mit Schnitt und Fertigung beschäftigt und die ersten Modelle vorgelegt. Das war 1998 – und seither hat sie schon hunderte der umweltfreundlichen Leinentaschen genäht und bemalt. „Drei Nähmaschinen sind dabei kaputt gegangen“, berichtet die ehemalige Kollerschläger Wirtin, die ihre Gaststube zum Atelier umfunktioniert hat.
Eine Tasche auf Reisen
Größter Abnehmer ist die Gemeinde, die den Kollaschläga Zega mit Mühlviertler Köstlichkeiten füllt und zu besonderen Anlässen oder Ehrungen verschenkt. Viele lassen sich die Tasche auch passend zur Tracht anfertigen. Und immer, wenn Paula Höllinger auf Reisen geht, ist so ein Zega mit dabei. Mittlerweile ging das Mühlviertler Original nach Deutschland, Tschechien, in die Schweiz, Australien, England, der Gouverneur von Kentucky hat einen Zega aus Kollerschlag mit nach Hause genommen und für den Ball der Oberösterreicher in Wien hat Höllinger gleich 21 Taschen genäht. „Geschäft ist es keins, aber es freut mich einfach. Ich brauch die Beschäftigung“, sagt die eifrige Näherin, die sich außerdem mit Ölmalerei und Gedichte schreiben die Zeit vertreibt.
Ursprüngliche Zega sind nicht mehr erhalten. Aber Paula Höllinger erinnert sich noch daran, wie sie als Kind mit diesem die Mehlsuppe aufs Feld gebracht hat. Oder der Knecht hängte die Tasche gleich samt Inhalt auf den Leiterwagen und fuhr so zur landwirtschaftlichen Arbeit.
Die Aktion „99 Sachen, die wir im Mühlviertel machen“ will das typisch Mühlviertlerische in allen Lebensbereichen aufzeigen. Was wir im Mühlviertel so alles machen, erfährt man auf www.99sachen-muehlviertel.at


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