Mysterienspiele Kopfing: Mörtenhuber erzählt die Geschichte von Lourdes
KOPFING/MICHAELNBACH. Zum zweiten Mal finden heuer die Mysterienspiele Kopfing statt. Nachdem vor zwei Jahren das Stück „Der Advokat Gottes“ aufgeführt wurde, wird heuer „Die Erbin – das Leben der heiligen Bernadette von Lourdes“ auf die Bühne gebracht. Künstlerische Leiterin ist wie vor zwei Jahren wieder Gertraud Mörtenhuber aus Michaelnbach. Im Tips-Interview erzählt sie, worum es im Stück geht und was die großen Herausforderungen dabei sind.

Tips: Warum erzählen die Mysterienspiele religiöse Inhalte?
Gertraud Mörtenhuber: Der Begriff Mysterienspiel wurde bereits in der Antike verwendet für die Darstellung von religiösen Glaubensinhalten. In den 1960er Jahren hat der damalige Kopfinger Pfarrer Alois Heinzl die Mysterienspiele Kopfing ins Leben gerufen, eine Bühne gebaut und die Leute von nah und fern angezogen mit den Schauspielpredigten, wie er sie nannte.
Tips: Worum geht es bei den heurigen Aufführungen?
Mörtenhuber: Das Stück heißt „Die Erbin – das Leben der Hl. Bernadette von Lourdes“ und erzählt die Entstehung des bis heute weltberühmten Wallfahrtsortes Lourdes in Frankreich. Die einfache, kranke und ungebildete Müllerstochter Bernadette Soubirous hatte im Jahr 1858 insgesamt 18 Marienerscheinungen bei der Grotte von Massabielle am Gavefluss, die zunächst den Ort spalteten in Befürworter und Gegner und allmählich durch Heilungen beim sprudelnden Wasser in der Grotte Menschen aus der ganzen Welt anzog.
Tips: Worin liegt Ihrer Ansicht nach auch heutzutage noch die Faszination „Lourdes“?
Mörtenhuber: Lourdes ist ein Ort für die Heilung von körperlichen und seelischen Krankheiten geworden. Die Wasserquelle, die Bernadette ausgraben musste bei einer Marienerscheinung, ist zur Heilquelle geworden, in der man tatsächlich baden kann. So viele Menschen leiden besonders an ihrer Seele und suchen Lourdes auf mit der Hoffnung um Heilung.
Tips: Neben der künstlerischen Leitung haben Sie auch eine Rolle im Stück inne: welche ist das und wie gelingt diese Doppelbelastung?
Mörtenhuber: Ich spiele Emmanuelite Estrade, die Schwester des Chronisten von Lourdes. Ich schlüpfe gerne in diese Rolle und es gibt in der Theaterarbeit generell nichts Belastendes für mich. Wenn ich auch das Stück geschrieben habe und Regie führe, geht es nicht um „mein Werk“, das auf Biegen und Brechen umgesetzt werden muss. Im Zentrum ist der religiöse Inhalt und dass jeder Schauspieler seine Rolle authentisch spielt. Jeder ist gefordert, sich in die Rolle hineinzuleben und legt so auch Hand an der Inszenierung an.
Tips: Wie laufen die Proben?
Mörtenhuber: Wir proben schon sehr engagiert mit Kostümen. Jetzt gerade wird das Bühnenbild gestaltet. Das Zusammenwirken von Musik, Schauspiel und Szenenwechsel wird noch ausgefeilt, damit das Stück die Herzen der Menschen berührt.
Tips: Welche besonderen Herausforderungen gilt es bei den zweiten Mysterienspielen zu bewältigen?
Mörtenhuber: Das erste Stück 2017 „Der Advokat Gottes“ war sehr erfolgreich. Mit dem neuen Stück wollen wir den Stil und die Qualität halten, ohne ein Abklatsch vom ersten zu sein. Der Inhalt gibt ohnehin eine neue Richtung vor.
Tips: Worauf dürfen sich die Besucher freuen?
Mörtenhuber: Auf insgesamt 40 Schauspieler, die mit Freude ihre Rolle auf der Bühne leben, auf kreative Kostüme, einen herzergreifenden Inhalt, der mit sorgfältig ausgewählten Musikstücken transportiert wird.


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