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KREMS. Bewohner aus Stein sowie Politiker beklagen eine zunehmende Verschmutzung der Donau durch Fäkalien und Speisereste. Verantwortlich dafür sollen Kreuzfahrtschiffe sein, die ihre Abfälle einfach im Fluss entsorgen. Der Ruf nach mehr Kontrollen wird laut.

Die Grünen küren die Verunreinigung der Donau zum „Schildbürgerstreich des Monats“. Das Bild zeigt die Kremser Gemeinderätin Sandra Mayer, Landessprecherin Helga Krismer und den Steiner Bürger Franz Xaver Doppler (v. r.), der die Vorfälle dokumentiert und eine Unterschriftenaktion initiiert hat. Foto: Brandt

Franz Xaver Doppler aus Stein geht gerne in der Donau schwimmen. Doch heuer habe er sich nicht in den Fluss gewagt. Der Grund dafür seien Fäkalien und Speisereste sowie ein Schaumteppich, die er regelmäßig auf der Donau treiben sieht. Seine Beobachtungen hat er auch fotografisch dokumentiert. „Es ist mir ein Anliegen, wieder eine schöne blaue Donau zu haben“, erklärte Doppler nun bei einem Pressegespräch der Grünen. Sorgen in Sachen Wasserqualität bereitet dem Anrainer außerdem die Tatsache, dass er heuer erstmals keine jungen Schwäne oder Enten im Steiner Bereich der Donau beobachten konnte.

Berichte von Bootsfahrern und Passanten

„Es stinkt zum Himmel“, meint die Landessprecherin der Grünen, Helga Krismer beim Pressegespräch. In letzter Zeit erreichten die Grünen zahlreiche Berichte von Bootsfahrern und Passanten, die in der Donau, meist in der Nähe von Anlegestellen, massive Gewässerverschmutzungen durch Fäkalien und Speisereste beobachten konnten. Der Abfall sei von den Schiffen sogar vor den Augen der Passanten abgepumpt und in der Donau entsorgt worden.

FPÖ: Hohe Belastung mit Fäkalkeimen

Von ähnlichen Vorfällen berichtet auch der Kremser FPÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz in einer Presseaussendung: „Dass diese Beobachtungen substanziell ernst zu nehmen sind, erschließt sich auch daraus, dass private Wasseruntersuchungen eine immens hohe Belastung des Donauwassers mit Fäkalkeimen zu Tage gebracht haben.“

Politische Interventionen

Grünen-Gemeinderätin Sandra Mayer kündigte an, die Angelegenheit im Kremser Gemeinderat zu thematisieren (die Sitzung fand bereits am Mittwoch und somit nach Druckschluss dieser Ausgabe statt). Landtagsabgeordnete Helga Krismer reichte eine Anfrage bei Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) ein. Darin will sie unter anderem wissen, wie oft die Entsorgung der Schiffsabfälle kontrolliert wird und wie das Land gegen die Gewässerverschmutzung der Donau vorgeht.

Bürger machen mobil

Franz Xaver Doppler wiederum macht gemeinsam mit weiteren Bürgern mit einer Unterschriftenliste auf die Problematik aufmerksam. Die Bürgerbewegung fordert eine laufende Kontrolle der Wassergüte der Donau sowie eine genaue Überprüfung der Abfallentsorgungsrechnungen aller Donauschiffe.


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