KREMS. Eine Gedenkstele mit einem Glas-Schaubild erinnert ab sofort an die ehemalige Synagoge in der Dinstlstraße. Die Idee für die Erinnerungsstätte stammt von Historiker Robert Streibel, umgesetzt wurde sie von Schülern der HTL Krems in Zusammenarbeit mit Lokalhistoriker Ernst Kalt.

„Mit der heutigen Feierstunde können wir wieder ein Stück der jüngeren Stadtgeschichte aufarbeiten“, sagte Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) bei der feierlichen Präsentation der Gedenkstätte für die alte Synagoge. „Erinnerungsstätten wie diese sind wichtig, um wachsam zu bleiben, damit sich die gewaltsamen Ereignisse von einst nicht wiederholen“, so Resch weiter.
1978 abgerissen
Die Synagoge der jüdischen Gemeinde Krems wurde Ende des 19. Jahrhunderts in der Dinstlstraße errichtet und 1894 eingeweiht. Sie überstand äußerlich fast unbeschädigt das Novemberpogrom 1938 und die Bombardierungen des Kremser Bahnhofgeländes 1945. Im Jahr 1971 wurde das Gebäude von der israelischen Kultusgemeinde an den Konsumverein verkauft. 1978 folgte schließlich der Abbruch des Sakralbaus.
Gegen das Vergessen
Nach den Plänen von Josef Wagner wurde nun eine Gedenkstele mit einem Schaubild der Synagoge errichtet. Die Konstruktion ist an der Ecke Dinstlstraße/Mühlbachgasse so positioniert, dass sich beim Blick durch den Rahmen die Sicht auf den Standort des einstigen Bauwerks ergibt. Die Errichtungskosten trägt die Stadt Krems. Dozent Ernst Fürlinger vom Zentrum für Religion und Globalisierung an der Donau-Universität Krems gratulierte der Stadt zur „innovativen Umsetzung der Gedenkstätte, die sich gegen das Vergessen, Verdrängen und Auslöschen richtet“.


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