Stadtmarketing kommt: Politiker rufen zur Zusammenarbeit auf
KREMS. Einstimmig hat sich der Gemeinderat für die Errichtung eines Stadtmarketings ausgesprochen. Ab sofort werden interessierte Mitgesellschafter gesucht. Damit das Projekt auch wirklich ein Erfolg wird, appellieren mehrere Politiker zur Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg

Eine langgehegte Forderung zahlreicher Unternehmer, Politiker und Interessensvertreter wird nun umgesetzt: Krems bekommt ein Stadtmarketing. In der jüngsten Gemeinderatssitzung fiel der entsprechende Grundsatzbeschluss. Demnach soll die Stadt nun Gespräche mit potenziellen Interessenten führen. Konkret geplant ist die Gründung einer Gesellschaft mit Mehrheitsbeteiligung der Stadt.
Bürger mit einbinden
Laut Vizebürgermeister Erwin Krammer (ÖVP) sollen sämtliche Interessensgruppen, Betriebe, Einrichtungen und Vereine zur Mitarbeit eingeladen werden. Auch die Bürger, hier vor allem die Besitzer von Innenstadtimmobilien, sollen mit ins Boot geholt werden. Krammer zufolge soll die neue Gesellschaft die Bereiche Tourismus, Marketing, Wirtschaftsservicestelle und Betriebsgründungen bündeln. Ziel sei, Krems zu attraktivieren und noch stärker als Bildungs- und Kulturstadt zu positionieren.
„Placebo-Geschichte“
Eine „Placebo-Geschichte“ befürchtet hingegen FPÖ-Klubchefin Susanne Rosenkranz: „Wir haben sechs Jahre Zeit gehabt, bis dato ist wenig passiert“. Ihr Fraktionskollege und Stadtrat Werner Friedl glaubt, dass die für 2018 budgetierten 140.000 Euro nicht ausreichen. Finanzstadtrat Helmut Mayer (SPÖ) verweist jedoch auf die Möglichkeit, dass Mitgesellschafter ebenfalls finanzielle Mittel einbringen können. Nach Ansicht von KLS-Gemeinderat Wolfgang Mahrer ist beim Stadtmarketing „viel Kreativität gefragt“. Er schlug vor, alle ein, zwei Monate ein Thema wie „Alles Marille“ mit diversen Aktivitäten umzusetzen.
Resch: „gemeinsames Anliegen“
Laut Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) habe man im Vorfeld viele Gespräche geführt und Städte besucht. Vorbild für das Stadtmarketing seien Bregenz und St. Pölten. „Faktum ist: Es ist uns allen ein gemeinsames Anliegen“, so der Stadtchef. Resch rief jedoch auch zur Zusammenarbeit auf. In die gleiche Kerbe schlug Vizebürgermeisterin Eva Hollerer (SPÖ), die an ihre Politkollegen appellierte, die Stadt nicht selbst schlecht zu reden.
Erneut Debatte ums Parken
Denn einmal mehr hatte in der Sitzung das Thema Parken für Diskussionen gesorgt. Die FPÖ hatte zuvor mit einem Dringlichkeitsantrag vergeblich die Aufhebung der Gebührenpflicht in der Blauen Zone an Freitagnachmittagen sowie am Samstag gefordert. „ProKrems“ Gemeinderat Adolf Krumbholz forderte dennoch, dass man sich Sofortmaßnahmen fürs Parken überlegen müsste, denn: „Die Käufer, die mit dem Auto in die Stadt reinfahren, werden immer weniger“.


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