Kanalsanierung: Ringstraße wird mindestens vier Jahre zur Baustelle

Kanalsanierung: Ringstraße wird mindestens vier Jahre zur Baustelle

Claudia  Brandt Claudia Brandt, Tips Redaktion, 09.04.2019 18:17 Uhr

KREMS. Die Stadt Krems wagt sich an ein Megaprojekt: die Sanierung der Abwasserkanäle unter der Ringstraße. Die Hauptverkehrsader wird daher ab 2020 für mindestens vier Jahre zur Baustelle. Nun stellten Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) und der Leiter der Abwasserbeseitigung im Magisrat, Bernd Hahslinger, erste Lösungsvarianten vor, wie in dieser Zeit der Verkehr umgeleitet werden könnte.

„Das Projekt liegt seit zehn Jahren in der Schublade. Bislang hat sich noch kein Bürgermeister drüber getraut“, erklärt Stadtchef Reinhard Resch. Nun sei die Sanierung der Abwassserkanäle unter der Ringstraße jedoch „dringlich und notwendig“. Denn die 60 bis 100 Jahre alten Kanäle sind mittlerweile baufällig, zu klein und genügen nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Bei Starkregen stand die Straße bereits mehrfach unter Wasser.

Gesamte Straße betroffen

„Die Versorgung des gesamten Stadtzentrums hängt an diesem Kanal“, unterstreicht der Bürgermeister die hohe Bedeutung des Projekts. Bis zu fünf Millionen Euro plane die Stadt in die Kanalsanierung zu investieren. Betroffen ist die gesamte Ringstraße – von der Austraße bis zur Landesgalerie. Aktuell bemühe man sich um die wasserrechtliche Bewilligung des Großprojekts. Mit einem Baubeginn rechnet der Stadtchef Mitte 2020.

Bauzeit bis zu 13 Jahren

Noch ist nicht klar, wie lange die Bauarbeiten dauern werden. Die Stadt lässt derzeit verschiedene Varianten prüfen, möglich wäre daher eine Bauzeit zwischen vier und dreizehn Jahren. Vier Jahre dauere es, wenn jeweils von März bis November gearbeitet wird; dreizehn Jahre, wenn die Bauarbeiten nur in den Sommermonaten stattfinden, erklärt der Leiter der Abwasserbeseitigung im Magistrat, Bernd Hahslinger.

Verkehrskonzept beauftragt

Die größte Herausforderung bei dem Projekt ist die Verkehrslösung während der Bauarbeiten. Laut Bürgermeister Resch passieren täglich 23.000 bis 24.000 Fahrzeuge den Bereich der Ringstraße zwischen Utz- und Austraße. Aus technischen Gründen muss die Straße für die Kanalsanierung über die gesamte Fahrbahnbreite aufgegraben werden. Die Stadt hat daher das Kremser Ziviltechniker-Büro Schneider Consult beauftragt, ein Verkehrskonzept für die einzelnen Bauphasen zu erstellen.

Realistische Variante

Realistisch erscheint laut Resch und Hahslinger folgende Umsetzung: die Grünflächen am Straßenrand mit ihren insgesamt 30 Bäumen werden auf einer Seite entfernt. Dort entsteht eine provisorische Straße, die weiterhin einen Durchzugsverkehr von Ost nach West erlaubt. Der Verkehr in die Gegenrichtung wird umgeleitet. Die Bauzeit wäre in diesem Fall mit vier Jahren angesetzt. In den kommenden Monaten sollen jedoch noch weitere Varianten geprüft werden. Hahslinger zufolge wird nicht die gesamte Ringstraße zur Baustelle, sondern immer nur einzelne Abschnitte. Höchste Priorität bei der Verkehrslösung solle der Schulbusverkehr bekommen.

Mehr Stellplätze

Gleichzeitig mit dem Kanal werden auch die Fahrbahndecke erneuert und die Nebenflächen neu gestaltet. Durch eine Neuanordnung der Grünstreifen sollen 13 zusätzliche Pkw-Stellplätze entstehen. Weiters wird die Straßenbeleuchtung erneuert und auf LED umgestellt. Außerdem will man mit Leerverrohrungen unter der Straßendecke für künftige Anforderungen, beispielsweise Stromtankstellen, gerüstet sein.

Was passiert mit Bäumen?

Ein heißes Thema sind die 60 Stadtbäume, welche die Ringstraße säumen. Fest steht, dass viele von ihnen für die Bauarbeiten weichen und später ersetzt müssen. „Die Bäume im Baustellenbereich sind zum Großteil 30 bis 40 Jahre alt. Fast die Hälfte des Bestandes ist laut Gutachten in keinem guten Zustand und müsste in den kommenden Jahren ohnehin erneuert werden“, informiert der Stadtchef. Die Ringstraße soll künftig sogar grüner werden: durch die Neugestaltung der Nebenflächen könnten neun zusätzliche Bäume gepflanzt werden.

 

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