Thema Bildung strategischer angehen: Stadt Krems übernimmt Vorreiterrolle
KREMS. Die Wachaumetropole ist österreichweit die erste Stadt, die eine Bildungsstrategie erarbeitet hat. Mit deren Hilfe möchte die Stadt Krems ihr öffentliches Bildungsangebot langfristig stärken. Klare Ziele, sechs Handlungsfelder und über 40 Maßnahmen bestimmen die Arbeit der kommenden Jahre.

Die Stadt Krems verfügt über zwölf Kindergärten, fünf Volksschulen und ein Schulzentrum mit Neuer Mittelschule, Poly und Allgemeiner Sonderschule. Dazu kommen noch zwei Schülerhorte, fünf Einrichtungen zur Nachmittagsbetreuung und eine Musikschule. In diese Bereiche hat die Stadt in der Vergangenheit viel investiert. Jedoch stellen demografische und gesellschaftliche Trends sowie der Wettbewerb mit den Privatschulen große Herausforderungen für den öffentlichen Bildungsbereich dar.
Hohe Qualität sicherstellen
Mithilfe der kürzlich präsentierten Bildungsstrategie will die Stadt nun ihren öffentlichen Bildungsbereich langfristig stark positionieren sowie ein qualitätsvolles und leistbares Bildungsangebot bereitstellen. Bürgermeister Reinhard Resch dazu: „Eine Stadt wie Krems mit einer vielschichtigen Struktur in den Stadtteilen und einem starken Zuzug junger Familien muss laufend in den Bildungsbereich investieren. Um die hohe Qualität sicherzustellen, braucht es eine klare Strategie und eine mittelfristige Ressourcenplanung.“
Aufwändiges Projekt
Bei der Erarbeitung der Strategie hat sich die Stadt externe Unterstützung durch die Wallenberger und Linhard Regionalberatung geholt. Unter Einbindung von 100 Personen aus dem öffentlichen Bildungsbereich wurde in neun Monaten ein Konzept entwickelt und Umsetzungsmaßnahmen definiert. Seit der Startveranstaltung am 14. Mai 2019 fanden 40 Einzelinterviews, intensive Workshops und Gruppengespräche statt. Eingebunden waren Personen aus dem Bildungsbereich, aus Politik und Verwaltung sowie die NÖ Bildungsdirektion. Mit dieser Vorgehensweise nimmt Krems eine Vorreiterrolle in Österreich ein.
Wegweiser bis 2030
Die Koordination und inhaltliche Verantwortung lag beim städtischen Amt für Bildung. Bildungs-Bereichsleiterin Doris Denk: „Um die Qualität des öffentlichen Schul- und Betreuungsangebotes zu sichern und das Angebot bekannter zu machen, müssen wir unsere Arbeit strategisch und längerfristig ausrichten.“ Amtsleiter Georg Braunschweig ergänzt: „Die Bildungsstrategie ist ein Wegweiser, welche Prioritäten und Schritte wir in den kommenden fünf bis zehn Jahren setzen müssen.“
Vielfältiges Angebot
Unter dem Motto „Krems bildet“ wird Eltern und Kindern mit der Bildungsstrategie ein Gesamtangebot – vom Kindergarten bis zur Polytechnischen Schule – präsentiert. Das Angebot ist vielfältig, auch Sport-, Natur- und Kreativangebote oder die Musikschule zählen dazu. Trotz dieser Vielfalt gibt es klare inhaltliche Schwerpunkte, auf die sich alle öffentlichen Bildungseinrichtungen konzentrieren: die Vermittlung der Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben, Rechnen, aber auch Verlässlichkeit, fröhliches und soziales Miteinander, Neugier sowie die Förderung individueller Interessen und Talente.
Über 1.000 Ideen gesammelt
Aus über 1.000 Ideen, Anmerkungen und Anregungen wurden sechs Handlungsfelder abgeleitet: Kooperation & Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit & Image, Inhalte & Angebot, begleitende Maßnahmen, kurz- und mittelfristige Investitionen, laufende Planung & Entwicklung. Zwei Themen sollen in sämtlichen Maßnahmen Niederschlag finden: respektvoller Umgang und Nachhaltigkeit.
Bessere Vernetzung
Nun beginnt die konkrete Umsetzungsarbeit. Dafür wurden 41 Maßnahmen definiert und ein Leitungsteam installiert. Als Kooperationsplattform hat sich ein „Board of Directors“ konstituiert, bei dem die Leiter sämtlicher Bildungseinrichtungen künftig regelmäßig zusammenkommen. Weiters soll es eine Arbeitsplattform zwischen Volksschulen und Schulzentrum geben.
Erste konkrete Maßnahmen
Bereits gearbeitet wird an einem Prognosetool, das den Bedarf an Schul- und Betreuungsplätzen künftig besser vorhersagen soll. Weiters wurden bereits bauliche Investitionen beschlossen. So werden der Kindergarten in der Mitterau neu errichtet und der Kindergarten Lerchenfeld erweitert. Investiert wird außerdem in die Sanierung der Volksschulen Rehberg und Hafnerplatz.
Chancengleichheit schaffen
„Es geht um das Wichtigste“, betont Bürgermeister Reinhard Resch, „nämlich um Chancen, um Chancengleichheit und um gute Perspektiven für unsere Kinder und Jugendlichen.“ Bildungsstadträtin Sonja Hockauf-Bartaschek ergänzt: „Krems ist überregional bekannt als Universitätsstadt mit fünf Hochschulen und über 15.000 Studierenden. Es gilt also auch, das Image des öffentlichen Bildungsbereichs zu verbessern.“


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