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Viele Hörgeschädigte ziehen sich immer mehr zurück und verlieren soziale Kontakte – Zunehmend auch immer mehr Jugendliche. Doch das muss nicht sein, es gibt zahlreiche Möglichkeiten auch mit Hörgeräten oder Implantaten Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten gemeinsam genießen zu können. Aus diesem Grund der Verein hörensWERT – Schwerhörigenzentrum Niederösterreich neben den bereits etablierten und neugegründeten Selbsthilfegruppen die neue hörensWERT Aktivgruppe unter Leitung von Andreas Raderer als zusätzliches Angebot gegründet. Ziel dabei ist, die Möglichkeiten für hörgeschädigte Personen aufzuzeigen, der Isolation entgegenzuwirken und das Problem auch sichtbar zu machen.

hörensWERT Aktivgruppe beim ersten Ausflug vor dem Kino im Kesselhaus
hörensWERT Aktivgruppe beim ersten Ausflug vor dem Kino im Kesselhaus

Am 28.12. trafen sich einige Betroffene aus diversen Bezirken Niederösterreichs zum gemeinsamen Pizzaessen und Kennenlernen mit anschließendem Besuch des „Kino im Kesselhaus“ in Krems an der Donau, denn dieses Kino bietet Barrierefreiheit für Schwerhörige! Dank der hervorragenden Qualität der angebotenen Induktionstechnik konnten alle TeilnehmerInnen den Film entspannt genießen. Auch bei schwierigen Hörsituationen konnten die Dialoge mit sämtlichen Details sehr gut verstanden werden. Einige nutzten die Induktion zum ersten Mal und ließen diese Funktion im Vorfeld auch erstmals durch ihren Hörgeräte-Akustiker freischalten.

„Für 2017 sind bereits einige weitere Aktionen wie Kabarett, Konzerte, Städteausflüge, etc. fix geplant. Bei der Planung versuchen wir für sämtliche Altersgruppen etwas anzubieten. Aus eigener Erfahrung kenne ich wie schwierig es oft ist, aus dem Teufelskreis auszubrechen, man denkt es ist einfach vieles zu schwierig und anstrengend, fühlt sich ausgeschlossen und zieht sich zurück.“ verrät Andreas Raderer (36), Leiter der hörensWERT Aktivgruppe, der selbst auf beiden Ohren stark schwerhörig und nach 10 Jahren Suchen seit 2013 endlich mit Mittelohrimplantaten versorgt ist.

Die sogenannte Induktionstechnik, auch bekannt als T-Spule, bietet die Möglichkeit den Klang direkt in die Hörgeräte oder Implantate zu übertragen. Einige Vortragsräume, Kultureinrichtungen, etc. bieten diese bereits an. Bei Vorträgen, Stadt- oder Museumsführungen werden teilweise auch FM-Anlagen verwendet. Der Sprecher/Führer bekommt dabei einen kleinen Sender und Betroffene einen Empfänger mit Kopfhörer oder Induktionsschleife um den Hals. So können auch Hörgeschädigte Menschen ohne Anstrengung oder zunehmenden Stress hören und verstehen.

„Uns ist wichtig, dass auch Veranstalter und Museen, etc. die akustische Barrierefreiheit ernst nehmen und es auch entsprechend kommunizieren. Wir Hörgeschädigten können sonst weder Kabaretts, Theater, Museen, Konzerte, Messen oder Vorträge besuchen und auch verstehen.“ So Helga Higer, Mitglied des ehrenamtlichen Vorstands von hörensWERT.

Informationen zu der Aktivgruppe sowie den Selbsthilfegruppen findet man auf www.hoerenswert.or.at und auf der Facebook-Seite von hörensWERT


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