Gemeinderatswahl: die Gewinner und Verlierer im Bezirk Krems

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Claudia  Brandt Claudia Brandt, Tips Redaktion, 26.01.2020 19:33 Uhr

BEZIRK KREMS. Auch nach der Gemeinderatswahl bleibt die ÖVP die stärkste Kraft im Bezirk Krems. Sie konnte in 29 von 30 Bezirksgemeinden die Mehrheit für sich verbuchen. In vielen Gemeinden ändert sich die Mandatsverteilung. FPÖ, Grüne und zum Teil auch die Bürgerlisten sind künftig stärker in den Kommunalparlamenten vertreten. Die SPÖ hingegen muss einen Verlust ihrer Mandate hinnehmen und läuft Gefahr, ihre beiden Bürgermeistersessel in Paudorf und Lengenfeld zu verlieren.

Die ÖVP trat im Bezirk Krems-Land flächendeckend an und es gelang ihr, in 29 Gemeinden die Mehrheit zu erobern. Bislang stellte die Volkspartei in 28 Gemeinden den Bürgermeister. Nun besteht die Möglichkeit, dass auch die einstigen roten Gemeinden Paudorf und Lengenfeld künftig in schwarzer Hand sind. In den übrigen Orten wird sich der Bürgermeister höchstwahrscheinlich nicht ändern, da dort die amtierenden Rathauschefs als Spitzenkandidaten ins Rennen gingen. Lediglich Aggsbach Markt bekommt fix ein neues Gemeindeoberhaupt, da Amtsinhaber Hannes Ottendorfer nicht mehr kandidierte.

Werte jenseits der 85 Prozent

Ihr bestes Ergebnis erzielte die ÖVP mit 88,07 Prozent in St. Leonhard am Hornerwald, wo man lediglich die FPÖ als Gegner hatte (die SPÖ trat hier nicht an). Aber auch in Bergern und Stratzing holten die Schwarzen über 86 Prozent. Das schlechteste Ergebnis erreichte man in Paudorf mit 45,55 Prozent.

SPÖ Nummer eins in Paudorf

Die SPÖ stand in 29 von 30 Gemeinden auf dem Stimmzettel und musste im Vergleich zur Wahl 2015 teilweise herbe Verluste einstecken. In Paudorf ist man zwar mit 48,32 Prozent weiterhin auf Platz eins, läuft jedoch dennoch Gefahr, das Bürgermeisteramt abgeben zu müssen. Denn ÖVP und SPÖ kommen hier auf jeweils zehn Mandate, somit entscheidet bei der Bürgermeisterwahl (sowie auch allen künftigen Beschlüssen) das Votum des einzigen FPÖ-Mandatars.

Bleibt Lengenfeld trotz ÖVP-Sieg in SPÖ-Hand?

Ähnlich ist die Situation in Lengenfeld. ÖVP und SPÖ kommen hier auf jeweils neun Mandate, hier entscheidet die Stimme von Bürgerlisten-Mandatar Ernst Thaller. Dieser hatte bei der Bürgermeisterwahl 2015 die SPÖ unterstützt und somit entscheidend dazu beigetragen, Christian Kopetzky zum Bürgermeister zu küren. Ihr bestes Ergebnis holte die SPÖ mit 48,32 Prozent in Paudorf, das schlechteste mit 8,80 Prozent in Rohrendorf.

FPÖ in 16 Kommunen im Gemeinderat

Die FPÖ war bei der heurigen Wahl deutlich stärker im Bezirk vertreten und trat erstmals in 21 von 30 Bezirksgemeinden an. Neu hinzu kamen freiheitliche Listen in Lengenfeld, Lichtenau, Maria Laach, Rohrendorf und Weinzierl am Walde. Von den neuen Listen schaffte man jedoch nur in Lichtenau den Einzug in den Gemeinderat. Am stärksten sind die Freiheitlichen in Dürnstein mit 16,89 Prozent, am schwächsten in Rohrendorf mit 2,79 Prozent.

Grüne legen ordentlich zu

Neben den Freiheitlichen sind auch die Grünen im Bezirk nun stärker vertreten. Sie traten in fünf Gemeinden an und schafften überall den Einzug. Grüne Mandatare gibt es daher künftig nicht nur in Langenlois und Rohrendorf, sondern auch in Furth, Grafenegg und Schönberg am Kamp. In Grafenegg schaffte die Öko-Partei auf Anhieb 26,67 Prozent (sechs Mandate), in Furth 18,99 Prozent (vier Mandate) und in Schönberg 17,40 Prozent (drei Mandate). Die Langenloiser Grünen können mit 15,86 Prozent ihre fünf Mandate halten, in Rohrendorf hingegen verlor man ein Mandat und hat künftig nur noch zwei.

Erfolgreiche Alt-Bürgermeister

Zusätzlich zu den etablierten Großparteien traten bei der Gemeinderatswahl im Bezirk noch mehrere Bürgerlisten an. In Rohrendorf holte der frühere ÖVP-Bürgermeister Rudolf Danner für „Wir für Rohrendorf“ sechs Mandate. In Senftenberg erzielte die Liste „JA2020“, welcher auch der zurückgetretene ÖVP-Rathauschef Josef Ott angehört, vier Mandate. In Mautern eroberte die Bürgerliste um Stephan Gruber zwei Mandate, in Lengenfeld erreichte Ernst Thaller ein Mandat. Die Bürgerliste in Rossatz sowie die unfreiwillige Einzelkämpferin Doris Rita Zahn aus Spitz verpassten den Einzug in den Gemeinderat.

 

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