Digitalisierung in der Gemeinde
KREMSMÜNSTER. Flächendeckendes Breitband ist die Grundvoraussetzung für die Schaffung von digitalem Nutzen. In Oberösterreich wurde in Kooperation des Landes OÖ, der Fachhochschule Steyr, der Zukunftsakademie und dem Gemeindebund eine Broschüre veröffentlicht, die anhand von Praxisbeispielen zeigt, was alles bereits umgesetzt wird.

„Die Digitalisierung bringt Chancen für Stadt und Land“, sind sich Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer, Bettina Williger, leitende Wissenschaftlerin bei der Fraunhofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services in Nürnberg, und der E-Government-Beauftragte des Oberösterreichischen Gemeindebundes Reinhard Haider bei der Präsentation der neuen Digitalisierungs-Broschüre für Gemeinden einig.
Technik gezielt zum Einsatz bringen
Die Digitalisierung wird Antworten geben auf so manche Herausforderungen der ländlichen Regionen. Diese sind beispielsweise sinkende Einwohnerzahlen, die Abwanderung der jungen Bevölkerung in die städtischen Räume, der daraus resultierende Fachkräftemangel, die Überalterung, die Ausdünnung von Dienstleistungs- und Gesundheitsangeboten und unrentable Mobilitätsangebote. In den Lebensbereichen Nahversorgung, Gesundheit und Pflege, Mobilität oder Lernen gibt es digitale Angebote, die hier als Ersatz für das fehlende Angebot dienen können. Der Landeshauptmann beispielsweise lässt derzeit Roboter (Chatbots) programmieren, die Antworten im Bürgerservice geben sollen.
Viele Angebote bereits im Einsatz
Kremsmünsters Amtsleiter Reinhard Haider kennt weitere Praxisfelder: „Die größten Gestaltungsmöglichkeiten hat die Gemeinden im Bereich der eigenen Verwaltung. Die Grundlage bildet die Website der Gemeinde, die durch eigene Apps, digitale Amtstafel oder den Einsatz von Social Media ergänzt wird. Dabei gibt es eine Vielzahl an neuen Lösungen, wie beispielsweise Mängelmelder, Wasserzähler-Apps, Gewässerpegel-Infos oder den Einsatz von E-Democracy-Tools.“
Spracheingabe- und Sprachausgabesystem
In Kremsmünster selbst ist seit einigen Monaten auch ein Spracheingabe- und Sprachausgabesystem im Einsatz. Außerdem werden in einigen Gemeinden bereits denkende Straßenlaternen getestet, die vor allem hinsichtlich der Einführung von autonom-fahrenden Autos essentiell werden.
Broschüre bietet eine Sammlung der Praxisbeispiele
Gemeinden, die sich hier stärker für die Zukunft rüsten wollen, finden in der von Oberösterreichischem Gemeindebund, der Zukunftsakademie und der FH Oberösterreich zusammen erarbeiteten Broschüre eine tolle Zusammenstellung an Möglichkeiten. Auch Reinhard Haider kann diese den Gemeinden nur empfehlen: „Das vorliegende Handbuch vermittelt vor allem zwei Dinge: Damit Digitalisierung gelingt, muss sie einfach, konkret und schrittweise umsetzbar sein. Wenn möglichst viele der 440 Gemeinden einige der 100 Vorschläge in Angriff nehmen, dann wird die Digitalisierung an vielen Orten zur realen Chance.“


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