Neue Züchtung soll Eierproduktion deutlich ethischer machen
KREMSMÜNSTER. Die Eiermacher, hervorgegangen aus der Geflügel GmbH Schlierbach, zogen kürzlich in ihrem neuen Standort in der Krift in Kremsmünster ein. Das Unternehmen stellte nun eine neue Hühnerrasse namens „Sandy“ vor, bei der sowohl Hennen als auch Hähne für die Lebensmittelproduktion verwertet werden können.

Bisher ist es üblich, dass männliche Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet werden – allein in Österreich sind das pro Jahr, laut der Eiermacher GmbH, rund sechs Millionen. Ethisch statt nur industriellDieser Praxis wollten die Eiermacher in ihrer Produktion ein Ende bereiten und entwickelten gemeinsam mit Partnern und Zuchtunternehmen die Zweinutzungsrasse „Sandy“.
Eiermacher-Geschäftsführer Manfred Söllradl erklärt: „Bei „Sandy“ haben wir sehr gute Leistungen bei der Legehenne und die Hähne ziehen wir auf, wie es früher üblich war: in biologischer Haltung, neun bis zehn Wochen lang.“ Die männlichen Küken werden damit nicht länger unmittelbar nach dem Schlüpfen wie Abfall beseitigt. Mit dabei ist bei dem Projekt der Tierschutz. Durch „Sandy“ ist laut Manfred Söllradl die Aufzucht beider Tiere auch wirtschaftlich attraktiv. Die Zweinutzung soll so schrittweise eine Lösung für die gesamte Bioei-Branche werden.
Henne und Hahn
Das Fleisch der Junghähne ergibt kein typisches Brathuhn, wie Manfred Söllradl erklärt, Brust, Keulen und Flügel lassen sich aber als Teilstücke oder auch für Faschiertes vermarkten. Die Eiermacher sind wichtige Lieferanten für den Lebensmittelhandel. REWE, SPAR, Hofer, Lidl und die Pfeiffer Handelsgruppe setzen damit zu einem gut Teil auf Bio-Eier und tragen die Innovation mit.
Marktanteil von rund fünfzig Prozent
Rund hundertdreißig Bio- sowie Boden- und Freilandhaltungsbetriebe liefern ihre Eier zu den Eiermachern, die diese für den Lebensmittelhandel vertreiben. In der eigenen Brüterei werden außerdem die Bruteier, die von rund zweiundfünzigtausend Hennen aus Legetierbetrieben stammen, erbrütet. Weitere Partnerbetriebe arbeiten in der Vermehrung und in der Aufzucht von Junghennen. Das Unternehmen hat in Österreich bei Bio-Eiern, Bio-Junghennen und Bio-Mastküken einen Marktanteil von rund fünfzig Prozent.


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