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LAMBACH. In der 700 Jahre alten Neumühle ist nach Umbau und Renovierung ein ganz besonderes Bildungshaus entstanden. Peter Deinhammer und der Verein ProDiagonal haben die Werkschule ins Leben gerufen, einen Lernort für das Arbeiten mit Holz, Eisen, Keramik und Textilien.

  1 / 10   Peter Deinhammer (3.v.l.) und seine Mitstreiter von ProDiagonal laden ein, sich handwerklich zu betätigen. Foto: Deinhammer

„Handwerken, etwas hervorbringen, ist etwas zutiefst Menschliches. Das Schaffen mit den Händen hat unserer Spezies das Überleben gesichert und das Werk der Hände macht Geist und Seele glücklich“, erklärt Peter Deinhammer.

Schmied und Musiker

Der 48-jährige Lambacher weiß, wovon er spricht. Der Sohn einer alten Lambacher Schmiede-Familie ist gelernter Schmied, hat dann Musikwissenschaft und Kunstgeschichte studiert. Seit 2000 unterrichtet der Pädagoge an der Linzer Pädagogischen Hochschule Musik. 2006 hat er den Verein und das Zentrum für Kulturpädagogik ProDiagonal in Sand gegründet. Vor wenigen Wochen eröffnete der Verein mit der sogenannten Werkschule nun ein ganz besonderes Bildungshaus, und zwar eines für die Hände.

Leader-Projekt

2014 hat man in unmittelbarer Nachbarschaft zu ProDiagonal in der Ortschaft Sand die alte Neumühle mit angebauter Schmiede übernehmen können. Nachdem man schon im Vorfeld der Landesausstellung eine ähnliche Idee hatte, hat man die alte Neumühle in den letzten zwei Jahren zur Werkschule umgebaut. Unterstützung bekam man von Leader. Von den 160.000 Euro Renovierungskosten könnten, so hofft man, bis zu 60 Prozent gefördert werden.

Selbst Hand anlegen

Das Handwerk wieder ins Bewusstsein rücken, gleichzeitig eine Initiative gegen den Facharbeitermangel setzen und qualitätsvolle Freizeitangebote schaffen – das sind die großen Ideen, die hinter der Werkschule stecken. „Lambach ist ein traditioneller Bildungsstandort, eine innovative Bildungsstätte passt hier gut dazu. In der Werkschule kann man das ausprobieren, was in der schulischen Bildung zu wenig abgedeckt wird – das Arbeiten mit Holz, Eisen, Keramik oder Textilien“, beschreibt Deinhammer sein Projekt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können hier selbst Hand anlegen.

Kurse in den vier Bereichen

Es werden Drechsel-, Holzbearbeitungs-, Schmiede-, Töpfer- und Nähkurse für Einsteiger und später auch für Fortgeschrittene angeboten. Die Kursteilnehmer können ausprobieren, ohne großen Anspruch. Für jeden Fachbereich stehen Experten als Referenten und Werkstattverantwortliche zur Verfügung. „Wir möchten den Menschen den Erstkontakt zum Handwerk ermöglichen und Interesse wecken“, fügt Deinhammer hinzu.

Im Bereich Eisen/Schmieden ist es Peter Deinhammer selbst, der die Kurse leitet. Josef Oberhuemer ist der Experte im Drechseln und im Holzhandwerk. Reinhard Jordan ist ebenfalls Holzhandwerk und für künstlerische Projekte verantwortlich. Marina Einwaller ist die Keramikmeisterin und für diesen Bereich in der Werkschule zuständig. In der Textilwerkstatt arbeiten Anna Prossinger und Nicole Has.

Teil des Konzepts ist die Programmlinie „40 Sachen für ein einfaches Leben“. Damit ist gemeint, dass man sich mit je zehn Gegenständen aus den vier Materialien Holz, Eisen, Keramik und Textilem einen bescheidenen, aber vollständigen „Hausstand“ selber herstellen kann. Holz für die Möbel, Eisen für Werkzeuge und Kochgeschirr, Keramik für Geschirr und Textiles für die Bekleidung.

Aktionswoche im Juni

Zum Erlernen des Handwerks kommt das Gruppenerlebnis, die Teilnehmer bereichern sich gegenseitig, weiß Deinhammer aus Erfahrung. Einige Kurse sind nach dem Schnuppertag im April schon gestartet. Für Juni ist eine Aktionswoche mit Kursen geplant (12. bis 15. Juni).

Kursprogramm und mehr Infos:www.werkschule.at


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