Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LAMBRECHTEN. Im beschaulichen Lambrechten (Bezirk Ried i. I.) präsentierte Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) einen Zwischenstand des Breitband-Ausbaus in Oberösterreich.

Markus Achleitner (r.) mit Lambrechtens Bürgermeister Manfred Hofinger (Foto: Land OÖ/Kauder)
Markus Achleitner (r.) mit Lambrechtens Bürgermeister Manfred Hofinger (Foto: Land OÖ/Kauder)

Die 1.300-Einwohner-Gemeinde hat Achleitner für die Präsentation ausgesucht, „weil man hier sieht, wie es im ländlichen Raum funktioniert.“ Lambrechten wird in Zusammenarbeit mit FiberService OÖ, der Breitbandgesellschaft des Landes, ans Breitbandnetz angeschlossen.

Versorgungssicherheit

Erste Priorität für Achleitner hat die Versorgungssicherheit im ganzen Bundesland. Deswegen habe er für die nächsten Versteigerung von 5G-Netzen zur Bedingung gemacht, dass die erfolgreichenProvider auch die letzten Funklöcher im 3G-System beseitigen müssen. „Dafür verzichte ich auch auf ein paar Millionen beim Erlös.“

Der Grund für das Zögern der privaten Anbieter bei Glasfaserausbau auf dem Land liege auf der Hand: „In der Stadt kostet ein Anschluss 400 bis 500 Euro“, sagt der Landesrat. „In abgelegenen Gegenden auf dem Land kann sich das auf 14.000 bis 18.000 Euro steigern.“

Achleitner: „Im urbanen Bereich wird der Ausbau durch den Markt geregelt. Wo es etwas schwieriger ist, bietet das Land Förderungen an. Im ländlichen Raum besteht, wie in Lambrechten, die Möglichkeit, das Netz mit der FiberService OÖ zu errichten.“

Koordinierter Ausbau

Zur besseren Kordinierung und Forcierung des Ausbaus steht ab September ein „Grabungsmonitor“ zur Verfügung, in dem alle Gemeinden ihre Straßen- und Tiefbauvorhaben melden, damit die Rohre für die Glasfaser gleich mitverlegt werden können. Achleitner: „80 Prozent der Kosten des Breitband-Ausbaus entfallen auf die Grabungen.“

Umstiegsmentalität

Bei der Bewusstseinsbildung für den Umstieg auf die etwas teurere Glasfaser sei die hohe Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Internetqualität sogar ein Hindernis: „Die Leute denken sich: Wenn etwas funktioniert, warum soll ich umsteigen und mehr bezahlen?“

Trügerische Zufriedenheit

Diese Zufriedenheit mit der auf Funk oder Kabel basierenden Internetversorgung sei aber trügerisch, meint Achleitner: „Die Datenmenge verdoppelt sich jedes Jahr exponentiell. Mit der begrenzten Bandbreite von Funk und Kabel werden wir in ein paar Jahren nicht mehr auskommen.“

Umbau ist essentiell

Der Umstieg auf Glasfaser sei gerade auf dem Land essentiell, ist Achleitner überzeugt: „'Wasser - Kanal - digital' sind die Grundvoraussetzungen bei der Erschließung von Wohn- oder Gewerbegebieten.“ Ohne Breitband-Internet werden junge Familien nicht bleiben, neue Modelle in der Arbeitswelt, wie häufigeres Arbeiten im Home Office, sind ohne ein leistungsfähiges Netz nicht möglich, und nicht nur die großen, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen brauchen Internet mit Topspeed.

300 Millionen Euro in Oberösterreich

Von der Breitband-Milliarde des Bundes sind derzeit 470 Millionen ausgeschöpft, fast ein Drittel davon floss nach Oberösterreich. Diese 158,2 Millionen Euro entsprechen 130 Prozent der eigentlich zugestandenen Fördersumme. Das zweitplatzierte Bundesland Tirol habe gerade mal ein Drittel der oberösterreichischen Förderungen beantragt. Auf andere Bundesländer zu warten, kommt für Achleitner nicht in Frage: „Insgesamt werden in Oberösterreich bis 2030 rund 300 Millionen in den Breitband-Ausbau investiert – und damit wird es nicht erledigt sein.“

In diesen 300 Millionen sind 100 Millionen Euro Investitionen durch die FiberService OÖ enthalten. Dieses Geld sei der zweckgebundene Erlös aus dem Verkauf von Wohnbaudarlehen, erläutert Achleitner.

32 Anbieter

„Die FiberService OÖ baut da, wo es sich für die privaten Anbieter nicht rechnet“, informiert Landesrat Achleitner – alleine heuer baut sie fast 82 Kilometer Glasfaser-Infrastruktur und schließt rund 6.000 Haushalte ans Breitband an.

Sie ist aber nur einer von 32 Anbietern in Oberösterreich. Die Energie AG hat laut Achleitner ein Ziel von 100.000 angeschlossenen Haushalten bis 2030 formuliert. Im Bezirk Ried arbeite die Firma Infotech gerade an einem 45-Millionen-Euro-Projekt.

Halbwissen über 5G

Das Glasfasernetz ist die Voraussetzung für die Einführung von 5G. Dazu gebe es viel Halbwissen, meint Landesrat Achleitner und nennt als Beispiel das ominöse Video mit den vom Himmel gefallenen Vögeln: „Das hat nachweislich nichts mit 5G zu tun!“

Der Wissenschaftliche Beirat Funk (WBF) in Wien erfasse alle Studien zu 5G weltweit – pro Jahr rund 150. Diese Arbeit habe ergeben, dass es bei Einhaltung der Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigung durch 5G gebe. Außerdem, fügt Achleitner hinzu, habe das normale WLAN die selbe Frequenz wie 5G. „Die Fragen und Befürchtungen nehmen wir ernst, aber nach dem derzeitgen Stand der Wissenschaft gibt es keine Gefährdung.“


Mehr zum Thema


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden