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Weltmeisterlicher Dartverein: Vom Wirtshaus auf die ganz große Bühne

Leserartikel Martin Grob, 21.04.2017 12:00

Langenlois. Darts ist ein immer beliebter werdender Sport mit raketenhaft steigenden Einschaltquoten im Fernsehen. Die besten Spieler verdienen Millionen im Jahr an Preisgeldern und durch Sponsoring. Was einst als Sport des kleinen Mannes in verrauchten Wirtshäusern begann, ist heute ein weltweites Phänomen. Aber was macht die Faszination von Darts aus? Tips hat sich auf Spurensuche begeben und den Langenloiser Dartsverein „Team Xtreme“ besucht.

So sieht eine Steel-Darts Scheibe aus.
  1 / 3   So sieht eine Steel-Darts Scheibe aus.

Wenn Leopold Götz von „seinem“ Sport spricht, merkt man sofort wie viel Leidenschaft dabei mitschwingt. Er ist seit zwölf Jahren der Obmann vom „Team Xtreme“, einem Dartsverein aus der Weinstadt Langenlois mit 26 Mitgliedern. Über seinen Schwiegersohn ist er damals zum Darts-Sport gekommen und die Faszination hat ihn bis heute nicht losgelassen. „Beim Darts spielen komme ich wieder runter. Trotzdem muss man immer den Kopf eingeschaltet haben und genau wissen, was man tut“, so der 58-jährige Götz, der im Brotberuf Maurer ist. Generell sei sehr viel Training und Übung notwendig, um konstant auf einem hohen Niveau spielen zu können. Aber was genau ist eigentlich das Ziel des Spiels?

Stahl oder Plastik?

Darts kann auf viele verschiedene Arten spielen. Zunächst gibt es die Möglichkeit auf eine Holz- oder eine Plastikscheibe zu werfen. Electronic- und Steel-Darts nennen sich diese beiden Varianten, eine Philosophiefrage. In Langenlois spielt man hauptsächlich E-Darts, der Computer hilft einem dann beim Berechnen des Punktestands.

Die Null gewinnt das Spiel

Das beliebteste Spiel heißt „501“. Dabei beginnt jeder Spieler bei 501 Punkten. Nun wirft man abwechselnd drei Pfeile auf die Scheibe. Die vom Spieler erreichten Punkte werden jede Runde von den 501 Punkten abgezogen. Wer zuerst genau auf null Punkte herunterkommt, hat gewonnen. Dabei hadert man oft mit sich selbst, denn rechts neben der verheißungsvollen 20 ist das Feld mit der Eins, das man gefühlte Tausend mal häufiger trifft als jedes andere Feld auf dem Dartboard.

Das verflixte Doppelfeld

Schwierig wird es, wenn man eine Runde mit einem so genannten „Double-Out“ beenden muss. Eine Dartscheibe hat außen und innen schmale Ringe. Der äußere Ring verdoppelt die Punktzahl des getroffenen Feldes, der innere Ring verdreifacht den Zahlenwert. Fortgeschrittene Spieler müssen jede Runde mit einem Doppelfeld beenden, was extrem schwierig ist und vor allem bei ungeübten Spielern oft viel Geduld und eine hohe Frustrationsgrenze erfordert.

Alkohol bleibt draußen

Ernst wird Leopold Götz nur, wenn das Thema Alkohol auf den Tisch kommt. Getrunken wird beim „Team Xtreme“ nicht, schließlich schadet zu viel Bier auch der Konzentration. „Mit Vereinen wie unserem kann man junge Leute von der Straße holen und ihnen eine sinnvolle Beschäftigung anbieten“, sagt er. Darts sei vor allem auch ein guter Sport zur Selbstdisziplinierung. Der Obmann wünscht sich, dass wieder mehr Jugendliche nachkommen und möchte auch die Social Media Aktivitäten des Vereins ankurbeln (facebook: Team Xtreme Langenlois).

Waschechte Weltmeisterin

Mit Alexandra Engelhart ist auch eine waschechte Weltmeisterin Vereinsmitglied. Die Zöbingerin gehört zur Weltspitze im E-Darts und gewann bei der Weltmeisterschaft 2014 in Polen zwei Goldmedaillen. Erst kürzlich hat sie sich wieder für die bevorstehenden Europameisterschaften in Kroatien (22. bis 27. Mai) qualifiziert. Dort tritt sie für das österreichische Nationalteam an.


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