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LENGAU. Bei seiner letzten Sitzung beschloss der Gemeinderat eine Aufforderung an Landesrat Steinkellner, die Korridore für die geplante Umfahrung neu zu bewerten. Die aktuell präferierte Variante beziehe die Entwicklungen im Betriebsbaugebiet Inkoba nicht ein und belaste zudem den Ortsteil Schwöll massiv.

Gemeindepolitik und Bürgerinitiative sind sich einig: Der Korridor für die zweite Phase der geplanten Umfahrung Lengau muss neu bewertet werden. Seit Beginn der Planungen 2008 habe sich einiges verändert. „Und zwar zum Positiven“, erklärt Bürgermeister Erich Rippl, das Betriebsbaugebiet Inkoba habe sich stetig weiterentwickelt und zählt mittlerweile sechs Firmen, darunter ein Werk von Palfinger mit über 900 Mitarbeitern. Weitere Anfragen liegen laut Rippl bereits vor. Diese Entwicklungen seien in die bisherigen Bewertungen nicht miteinbezogen worden, dabei ist künftig mit zunehmendem Betriebsverkehr zu rechnen, der Ortsteil Schwöll hätte bei der präferierten Variante Le1 die volle Last dieses Anstiegs zu tragen.

Aufforderung an Steinkellner

Deshalb beschloss der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung eine Aufforderung an Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner, die Korridore neu zu bewerten. Eine Maßnahme, die auch Franz Klammler von der Bürgerinitiative Lengau begrüßt: „Wir freuen uns darüber, dass der Gemeinderat ein deutliches Zeichen setzt und die Gemeinde zeigt, dass sie die Infrastruktur-Entwicklung nicht ans Land abtreten, sondern selbst gestalten will.“

Neue Variante

Ziel ist, eine gemeinsame Lösung mit der unvollendeten Umfahrung Lengau und der B147, insbesondere der Bahnkreuzung, zu finden. „Es soll eine vernünftige Variante gebaut werden, die das Inkoba miteinbezieht, auch wenn Kosten und Aufwand vielleicht etwas höher sind“, erklärt Rippl und betont: „Wer nicht gleich vernünftig baut, baut zweimal.“ Bis 2020 finde sich die Umfahrung Lengau ohnehin in keiner Planung des Landes, zudem stehen zuvor einige andere Projekte an, wie die Umfahrung Mattighofen oder die Spange Jeging. Da könne man den Zeitdruck ruhig noch rausnehmen und offen für Neues sein, erklärt Rippl, die beiden Korridore werden per Gemeinderatsbeschluss ohnehin offengehalten.

Er hofft nun auf eine baldige Antwort des Landesrates, denn am 19. Juni soll eine Infoveranstaltung zur Umfahrung in Lengau stattfinden.

 


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