Konstrukteurin mit Leidenschaft für den Beruf und ihre Zauberwürfel
LEONDING/MARIA NEUSTIFT. Trotz starker Bemühungen, vermehrt Frauen in technische Berufe zu bringen, ist der Frauenanteil nach wie vor gering. Auch für Beate Reitner war ihr beruflicher Weg nicht immer so geplant. Im Tips-Gespräch verrät die 22-Jährige, wie sie bei IMA, einem Leondinger Ingenieurbüro für Maschinen- und Anlagenbau, gelandet ist.

Tips:Sie arbeiten als Auftragskonstrukteurin bei einem weltweit agierenden Maschinenbau-Unternehmen.Wie kam es dazu?
Beate Reitner: In der vierten Klasse Gymnasium musste ich mich für meinen weiteren Bildungsweg entscheiden. Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, entschied mich aber letztendlich für die HAK mit Schwerpunkt Fremdsprachen. Kurz vor Schulschluss des ersten Jahres wurde mir bewusst, dass ich diese Schule nicht fertig machen will. Eines meiner größten Hobbies zu dieser Zeit war das Zeichnen, besonders das Zeichnen von Autos. Also habe ich kurzerhand beschlossen, in die HTL Steyr mit Schwerpunkt Maschinenbau-Fahrzeugtechnik zu wechseln. Eigentlich seltsam, weil ich mit Technik bis dahin nichts am Hut hatte. Als ich dann in der HTL zum ersten Mal auf einem CAD-Programm konstruierte, war für mich sofort klar: Das ist es, was ich machen möchte. Zwei Wochen nach der Matura saß ich dann schon vor den Bildschirmen meines jetzigen Arbeitgebers.
Tips:Was machen Sie als mechanische Konstrukteurin genau?
Reitner: Mein Aufgabengebiet ist die Auftragskonstruktion, sprich: Ich konstruiere Maschinen nach Kundenanforderungen. Diese werden dann in unserem Werk zusammengebaut, in Betrieb genommen und schließlich dem Kunden geliefert. Je nach Komplexität des Auftrags beschäftigen mich die Projekte einige Tage, teilweise aber auch Wochen.
Tips:Wie gelingt es Ihnen, da zwischendurch den Kopf wieder frei zu bekommen?
Reitner: In den Pausen beschäftige ich mich gerne mit meinem Zauberwürfel und seinen „Verwandten“, um den Kopf wieder etwas frei zu bekommen. Das hilft mir, mich danach wieder besser auf die Arbeit konzentrieren zu können. Mittlerweile habe ich dafür schon eine ganze Sammlung dieser Zauberwürfel auf meinem Schreibtisch stehen.
Tips:Was finden Sie an Ihrem Beruf so spannend?
Reitner: Als Konstrukteurin kann man in den verschiedensten Bereichen der Industrie arbeiten – die Auswahl ist sehr groß. Ich persönlich finde es spannend, wenn man an einem Prozess vom Auftragstext bis hin zur fertigen Maschine in der Montagehalle beteiligt ist. Der Weg zur perfekten Lösung ist Herausforderung und Reiz zugleich. Bei Fragen oder Unklarheiten profitiere ich vom Teamwork mit meinen Kollegen, die immer ein offenes Ohr haben und mich bei Bedarf unterstützen. Es ist einfach großartig, sich seine Arbeit ganz flexibel und selbstständig einteilen zu können. Ich arbeite allein und im Team – das gefällt mir. Das Allerwichtigste ist die Leidenschaft zum Beruf. Ich könnte mir gut vorstellen, diesen Beruf bis zur Pension zu machen.


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