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Debatte um Herbstferien: "Es bringt nichts, wenn jede Schule ihr eigenes Süppchen kocht"

Michaela Primessnig, 30.01.2019 08:17

OÖ. Seit dem Vorstoß von Bildungsminister Heinz Faßmann (VP) am vergangenen Wochenende zur Einführung von Herbstferien wird dieses Thema bei Lehrern, Eltern und Schülern erneut heiß diskutiert. Tips hat auch in Oberösterreich nachgefragt, wie man zu der geplanten Ferien-Neuerung steht.

Einheitliche bundesweite Herbstferien oder eigene Regelungen in den Ländern?Foto: shutterstock.com/Nicole Lienemann

„Weil es im Herbst wenige freie Tage gibt, geht genau in dieser Zeit vor Weihnachten am meisten weiter und das ist gut so“, erklärt Arnold Petz, Schulleiter der NMS St. Leonhard bei Freistadt. „Es ist unwichtig, was wir Lehrer denken, es geht um die Eltern, die so wieder Urlaub nehmen müssen in einer Zeit, in der sie ihn vermutlich nicht brauchen. Jeder ist mit der derzeitigen Regelung glücklich bei uns. Es wird nur wieder zu Diskussionen kommen, die nicht nötig sind.“

Schulautonome Tage endlich vereinheitlichen

Alfred Karrer, Schulleiter und Lehrer der NMS Liebenau sieht die Einführung der Herbstferien aus Lehrersicht nicht problematisch. Viel wichtiger sei es aber, die schulautonomen Tage landesweit zu vereinheitlichen. „Das wäre die beste Lösung, dann hat man auch keinen Fleckerlteppich mehr bei den schulfreien Tagen, wie das Herr Faßmann durchaus zu Recht kritisiert“, so Karrer im Tips-Gespräch.

Leere Schulen an Zwickeltagen befürchtet

„Ich halte nichts von einer Lösung, die auf Kosten der Zwickeltage geht. Mit den schulautonomen Tagen wird sich das aber schwer ausgehen“, gibt Judith Valtl, Schulleiterin der Neuen Mittelschule Perg Zentrum zu bedenken. Auch Michaela Oberleitner, Direktorin der zweiten Perger Mittelschule im Schulzentrum würde in einer Einschränkung der Fenstertage ein Problem sehen: „Ich befürchte, dass dann an diesen Tagen das entschuldigte Fehlen zunehmen wird. Wenn uns das bei Schülern auffällt, müssten wir als Pflichtschule das eigentlich melden.“

Sollten die Herbstferien dennoch kommen, sprechen sich die befragten Pädagogen dafür aus, dass man dafür den Oster- und Pfingstdienstag opfert und es eine Gesamtlösung geben soll, die nicht nur Pflichtschulen, sondern auch Höhere Schulen miteinschließt. „Es bringt nichts, wenn jede Schule ihr eigenes Süppchen kocht“, so die Schulleiter unisono.

Haberlander:“Lösung muss pädagogisch begründbar sein“

Oberösterreichs Bildungslandesrätin Christine Haberlander meint dazu: „Ich begrüße, dass der Bundesminister sich dieses Themas annimmt. Wichtig ist, dass die Lösung jedenfalls pädagogisch begründbar ist. Es soll bundesweit einheitlich geregelt werden. Weil viele Eltern das Jahr 2019 bereits geplant haben, sollte meiner Ansicht nach eine Regelung erst mit Schuljahr 2020/21 eingeführt werden.“


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