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LEONDING. Groß ist derzeit der Aufschrei in Bergham. Eine Fläche von rund 6.000 Quadratmeter Grünland wurde in Bauland umgewidmet. Die Anrainer haben eine Petition gestartet, um das beliebte Naherholungsgebiet vor weiterer Bodenversiegelung zu bewahren.

  1 / 2   Sven Schwerer, Sprecher der Grünen Leonding, und Regina Hofstadler-Lienerbrünn, Initiatorin der Petition, vor dem jetzt umgewidmeten Grundstück. (Foto: Ramaseder)

„Wie sie sich vorstellen können, ist das hier ein sehr beliebter Ort für die Leondinger, ihre Freizeit in der Natur zu verbringen. Außerdem lieben die Kinder seit Jahrzehnten ihre Rodelwiese“, spricht die Initiatorin der Online-Petition, Regina Hofstadler-Lienerbrünn, die augenscheinlichen Gründe an, warum sich die Anrainer – mittlerweile hält die Petition bei über 350 Unterschriften – gegen die Umwidmung des Grünlandes wehren.

Belüftungskorridor und weitere Bodenversiegelung

Auch Sven Schwerer – Stadtrat und Sprecher der Grünen Leonding – kann die Gründe, warum es gerade hier zu einer Umwidmung kam, nicht nachvollziehen. „Wir haben in Leonding schon genügend gewidmete Flächen, einige davon liegen sogar brach. Die sollten natürlich zuerst verwendet werden“, sieht er nicht ein, warum hier Ackerland verloren gehen soll. „Wir haben in Leonding die besten Böden. Außerdem ist der Bodenschutz auch extrem wichtig fürs Klima.“ Zudem sei die Fläche ein wichtiger Belüftungskorridor. Viele Gründe also, die grundsätzlich gegen eine Umwidmung sprechen.

Alte Vereinbarung eingelöst

Der Hintergrund der umstrittenen Umwidmung liegt bereits länger in der Vergangenheit. Als die Stadt in Doppl Baugrund brauchte, um den Kindergarten zu errichten, wurde mit dem dortigen Grundeigentümer vereinbart, dass diese Fläche – ebenfalls in dessen Besitz – umgewidmet werde. Für Schwerer eine grenzwertige Entscheidung: „Der Bauer hat für seinen Grund einen fairen Preis erhalten, dass zusätzlich noch etwas versprochen wurde, kann ich nicht nachvollziehen.“

Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek betont, dass darüber immer Einigkeit herrschte: „Der Gemeinderat hat in den vergangenen Jahren definitiv gesagt, wir tun das. Das ist jetzt der Abschluss dieser Geschichte.“ Nur die Grünen stellten sich gegen diese Entscheidung, stimmten im Gesamtprojekt – in dem 40 Grundstücke umgewidmet wurden – aber dafür. „Wir werden aber jedenfalls versuchen, auf eine getrennte Abstimmung zu drängen“, so Sprecher Sven Schwerer.

Bauabschluss und Bauzwang

Leondings Bürgermeisterin stellte klar, dass die Befürchtungen der Anrainer, auch die zweite Hälfte der Fläche könne bald verbaut werden, hinfällig seien. Das Land habe auch klar festgeschrieben, dass hier ein Baulandabschluss festzuschreiben sei. Aufgrund eines Bauzwanges gilt die Umwidmung nur die nächsten fünf Jahre. Wird dann nicht zu bauen begonnen, wird die Umwidmung rückgängig gemacht.  „Und der Bauwerber braucht nicht glauben, dort Hochhäuser bauen zu können“, so die Leondinger Bürgermeisterin abschließend.<


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