Jahrhunderthochwasser: Als vor 20 Jahren die große Flut kam

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David Ramaseder Tips Redaktion David Ramaseder, 09.08.2022 12:40 Uhr

LINZ-LAND. Genau vor 20 Jahren trat die Krems durch länger anhaltenden Starkregen über die Ufer und riss alles Umliegende erbarmungslos mit sich. Das Jahrhunderthochwasser von 2002 hat im Bezirk vor allem das Kremstal stark getroffen. Tips hat sich umgehört, wie man heutzutage auf so ein Naturereignis vorbereitet wäre und was sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten bezüglich Hochwasserschutz getan hat.

Im August 2002 wurde die Stadtgemeinde Ansfelden vom Jahrhunderthochwasser heimgesucht. Viele konnten die Bilder von Wassermassen, Schlamm und Schutt nicht vergessen. 20 Prozent des Stadtgebietes waren damals betroffen, über 1.000 Gebäude zum Teil schwer in Mitleidenschaft gezogen, tausende Tonnen Müll mussten entsorgt werden. Über 1.000 Helfer waren im Einsatz – teils rund um die Uhr.

20 Jahre später machte der jetzige Bürgermeister, Christian Partoll, einen Lokalaugenschein mit dem damaligen Vizebürgermeister Karl Pichler und dem jetzigen Baureferenten Vizebürgermeister Bernd Huber. „Gottseidank konnten wir in den letzten 20 Jahren vieles im Hochwasserschutz realisieren und so die Situation verbessern. Ich kann aber versprechen, wir bleiben am Ball und haben die Lage stets in Beobachtung. ,Charly‘ Pichler möchte ich ganz besonders für seinen Einsatz danken. Er war nicht nur 2002 ein ,Fels in der Brandung‘, als Land unter war, sondern war auch ganz maßgeblich an der Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts Oberaudorf und der nachfolgenden Maßnahmen an der Krems beteiligt.“

Projekt Oberaudorf

Bereits 2003 begannen die Arbeiten für die Erstellung eines Hochwasserschutzprojektes, welches Ende 2005 als „Hochwasserschutz-Krems-Ansfelden-Einreich-projekt Oberaudorf“ eingereicht wurde. Die Maßnahmen sind so festgelegt, dass die Menschen vor einem 100-jährlichen Hochwasser geschützt sind, und zum anderen ein funktionstüchtiges ökologisches System geschaffen wird. Das Projekt in Ansfelden war der erste und ganz wesentliche Bestandteil eines ganzen Konzeptes für das gesamte Kremstal.

Neue Brücke über die Krems

Ebenfalls essentiell für den Hochwasserschutz war die Neuerrichtung der Kremsbrücke in der Dammstraße. Die alte Brücke war 2002 zu tief im Flussquerschnitt. Die Unterkante der Brücke liegt jetzt um einen Meter höher als zuvor. Im Vorfeld der Landesgartenschau 2011 wurde die Krems auch im Bereich Ritzlhof revitalisiert. Das war ein multifunktionales Projekt, das erhöhten Hochwasserschutz, ökologische Strukturverbesserungen und nutzbaren Erholungsraum für Erholungssuchende brachte. 2021/2022 erfolgte eine umfangreiche Ufersicherung als Vorbereitung für die wasserrechtliche Überprüfung.

Hochwasserschutzprojekt Nöstlbach/Weißenberg

Das gemeinsame Hochwasserschutzprojekt für Ansfelden, St. Marien und Neuhofen konnte am 20. Oktober 2012 seiner Bestimmung übergeben werden. Es wurden Hochwasserschutzdämme und -mauern sowie mobile Schutzwände errichtet. Gleichzeitig wurde die Krems in diesen Bereichen aufgeweitet und revitalisiert. Dadurch ergeben sich größere Rückhalteräume und somit ein verbesserter Hochwasserschutz. In Kematen wurde ein mobiler Hochwasserschutz angekauft, der Bettlbach renaturiert bzw. ertüchtigt, Uferkorrekturen vorgenommen, Sperrbauwerke entfernt, Abflussbereiche verbessert und laufende Ausbaggerungen der Anlandungen der Krems durchgeführt.

Rückhaltebecken Krems-Au

Das Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 hat auch Kematen stark betroffen. Seither wurden zahlreiche Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser regional bzw. überregional sowie auch in der Gemeinde umgesetzt. 2007 schlossen sich achtzehn Gemeinden entlang der Krems zum Schutzwasserverband Kremstal zusammen. „Diesbezüglich gilt ein großes Danke an Gründungsobmann Bürgermeister a.D. Helmut Templ aus St. Marien“, so Kematens Bürgermeister Markus Stadlbauer. Der Verband setzt bauliche Maßnahmen betreffend den Hochwasserschutz um. Dazu zählt Österreichs größtes Rückhaltebecken „Krems-Au“ in den Gemeindegebieten von Nußbach und Wartberg im Bezirk Kirchdorf, mit dem so hohe Sachschäden wie damals verhindert werden.

Es fasst 1,9 Kilometer in der Länge, zehn Meter in der Höhe und hat ein Fassungsvermögen von 2,5 Millionen Kubikmetern Wasser. Es steht nach fünf Jahren Bauzeit kurz vor der Vollendung, die provisorische Inbetriebnahme ist im ersten Halbjahr 2023 geplant. „Weiters wurden moderne Messstellen errichtet und die Messdaten auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die überregionalen Alarmpläne und Warngrenzen wurden neu festgelegt“, hat sich für Stadlbauer auch sonst so einiges getan in den vergangenen 20 Jahren.

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