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Die Zukunft des Trinkwassers: Wassergenossenschaft Neuhofen sichert die Versorgung

David Ramaseder, 16.11.2023 11:16

NEUHOFEN. Über vier Brunnenanlagen versorgt eine der größten Wassergenossenschaften Oberösterreichs die Einwohner der Kremstaler Gemeinden Neuhofen, Kematen und Piberbach. Um den Herausforderungen des Bevölkerungswachstums und des sinkenden Grundwasserspiegels zu begegnen, wird das Miteinander in der Region und vorausschauende Investitionen für eine nachhaltige Wasserversorgung immer wichtiger.

Josef Scheinecker, Obmann der Wassergenossenschaft Neuhofen plädiert auf engere Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden. (Foto: Wassergenossenschaft Neuhofen/Hinterramskogler)

Die 1938 gegründete Wassergenossenschaft Neuhofen entstand aus einer Not heraus. Gutes Wasser war wenig vorhanden und die finanziellen Mittel begrenzt. Auf Initiative der Bürger hin wurde die Wassergenossenschaft gegründet und nach Quellerschließung, Hochbehälter- und Leitungsbau konnte im August 1938 die erste Wasserversorgungsanlage in Betrieb genommen werden. Damals mit 83 Mitgliedern und einem täglichen Verbrauch von ca. 50 Kubikmeter – etwa die Menge, die in einen größeren Swimmingpool passt. Durch hohen Zuzug und immer mehr Anschlussinteressierten wuchs die Wassergenossenschaft kontinuierlich und investierte daher laufend in neue Brunnen und Hochbehälter. Heute zählt die Genossenschaft rund 2.500 Wasseranschlüsse (Einfamilienhäuser, Mehrparteienhäuser, Unternehmen) mit einem Gesamtverbrauch von täglich 1.200 Kubikmeter.

„Seit der Gründung bleiben wir unserem genossenschaftlichen Grundsatz treu und setzen alle unsere Ressourcen ein, um den Anforderungen einer modernen Wasserversorgung gerecht zu werden. Laufend investieren wir in unsere Anlagen und garantieren einen möglichst störungsfreien Betrieb mit qualitativ hochwertigem Wasser“, so Josef Scheinecker, Obmann der Wassergenossenschaft Neuhofen an der Krems.

Stabile Wasserversorgung für die Zukunft

Durch den Zuzug in den drei Gemeinden ist bis 2055 mit einer Trinkwasserbedarfszunahme von bis zu 20 Prozent zu rechnen. Dem gegenüber stehen ein sinkender Grundwasserspiegel und ein insgesamt geringer werdendes Grundwasserdargebot an den bestehenden Entnahmestellen – besonders in den Trockenjahren. Das bestätigt auch „Trinkwasseranalyse Unteres Kremstal“ des Amts der OÖ Landesregierung Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft, die im Februar präsentiert wurde. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist es in den nächsten drei bis fünf Jahren nötig, neue Wasserspender von guter Qualität zu erschließen. „Wir streben eine Vernetzung mit den umliegenden Gemeinden an. Wir müssen großflächiger denken und enger zusammenarbeiten, um die Wasserversorgung langfristig aufrecht zu erhalten. Und dies besser früher als später“, appelliert der Obmann

Sonnenstrom für Versorgungssicherheit

Bereits 2001 investierte die Wassergenossenschaft in die erste Photovoltaikanlage. Im Laufe der Jahre kamen weitere PV-Anlagen hinzu. Sie erreichen mittlerweile eine Gesamtleistung von 180 kWp. Ein Teil des erzeugten Stroms fließt in die Eigenversorgung und der Rest wird ins Netz eingespeist. „Die PV-Anlagen werden derzeit auch dahingehend ausgebaut, dass sie in Zukunft im Falle eines Blackouts als Notstromversorgung dienen können“, zeigt Josef Scheinecker auf.

Zusammen für die Region

Im Gegensatz zu einer Gemeindewasserversorgung gibt es im Versorgungsgebiet der Wassergenossenschaft Neuhofen keine Anschlusspflicht. Wird ein Grundstück an die Leitungen der Genossenschaft angeschlossen werden die Besitzer zu Mitglieden – keine Kunden – und haben damit die Möglichkeit aktiv mitzugestalten und gemeinsam Probleme zu lösen. „Wir sind stets um regen Austausch mit unseren Mitgliedern bemüht und freuen uns jederzeit über konstruktive Anregungen und Unterstützung. Nur so kann eine sichere Wasserversorgung gelingen“, sagt Josef Scheinecker und sein elfköpfiges Team, das überwiegend aus Ehrenamtlichen besteht.


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