Personalknappheit und Bürokratie belasten die Polizeidienststellen
Der Bezirk Linz-Land verfügt über acht Polizeidienststellen. Dazu kommen noch die Posten der Autobahnpolizeiinspektion Haid, das Bezirkspolizeikommando und die Grenzpolizeiinspektion Hörsching. Hauptprobleme der Posten sind Personalknappheit und zu viel Bürokratie.

„In Linz-Land leiden wir seit Jahren darunter, dass wir bis zu 20 Prozent unter dem systemisierten Dienstpostenbestand der Polizei sind. 245 Polizeibeamte sind im Bezirk vorgesehen, derzeit stehen aber nur 203 tatsächlich für die Dienstverrichtung zur Verfügung“, sagt Wolfgang Stanek, Sicherheitssprecher der OÖVP. Hauptverantwortlich dafür sei die Abkommandierung und Nichtnachbesetzung von Polizisten an Sondereinheiten wie die Cobra. Ebenfalls nicht nachbesetzt würden im Regelfall Polizistinnen, die in Karenz gehen. Die ursprünglich für den August versprochene Aufstockung mit den heuer fertig ausgebildeten Polizeischülern würde sich derzeit verzögern, da die Jung-Polizisten für zwei Monate in den Anhaltezentren ihren Dienst verrichten müssen. Stanek sieht es deshalb auch in Hinblick auf die geburtenstarken Jahrgänge, die in den nächsten Jahren in Pension gehen, als erforderlich an, mehr Schüler an den Polizeischulen aufzunehmen.
Bürokratie überfordert die DienststellenDas zweite große Problem der Dienststellen sei der Verwaltungsaufwand. „Was ich immer wieder höre, ist die Belastung durch die Bürokratie. Die Polizisten sind am Schreibtisch gefesselt und können nicht draußen Dienst versehen,“ kritisiert Stanek. Als positiv hebt er die Verbesserung der Ausrüstung insbesondere durch die neuen, leichteren Schutzwesten und die gute Ausstattung der Fuhrparks hervor.
Vorwurf der HetzeÜber Probleme mit Kriegsflüchtlingen ist Stanek bei den Dienststellenbesuchen nichts zu Ohren gekommen. „Es ist überall absolut mit „Nein“ geantwortet worden.“ Der Sicherheitssprecher übt daher Kritik an FP-Bezirksobmann Herwig Mahr. Dieser forderte aufgrund der Unterbringung von 100 Flüchtlingen in der Kaserne eine Aufstockung des Polizeipostens Hörsching. „Damit wird eine ungeheure Hetze betrieben, weil damit impliziert wird, dass 100 Gauner kommen. Das stimmt aber nicht“, sagt Stanek. „Ich als Politiker bin verpflichtet, dass ich die Sorgen der Bevölkerung ernst nehme. Deswegen bin ich der Meinung, man sollte aufstocken. Ich glaube nicht, dass vom einzelnen Flüchtling eine Gefahr ausgeht. Man wird von mir kein Wort der Hetze hören, aber ich lasse mir von niemandem verbieten, ein Problem aufzuzeigen“, konterte Mahr.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden