Höglinger: „Echter Neuanfang und Schritt zu einer moderneren Partei“
LINZ-LAND/OÖ. Die SPÖ Oberösterreich hat sich personell an der Spitze neu aufgestellt. Anlässlich der erfolgten Personal-Rochade hat Tips den Bezirksvorsitzenden LAbg. Tobias Höglinger zum Interview gebeten. Auch er spricht von einer „echten Erneuerung“.

„In der Sache ist es ein echter Neuanfang. Das neue Team an der Spitze mit Michael Lindner, Florian Koppler und Sabine Engleitner-Neu ist ein Zeichen, so können wir sicher eine modernere Partei werden“, ist Tobias Höglinger überzeugt. Erfreulich ist für den Leondinger, dass es sich nun um keine Übergangslösung handelt. „Michael Lindner hat es schon als Klubchef geschafft, dass er immer mit allen Gruppierungen eine gute Basis gefunden hat und das ist in einer Partei, die so starke Strukturen hat wie die SPÖ, extrem wichtig, in den Gewerkschaften und anderen Organisationen passiert einfach viel Meinungsbildung.“
Eine durchaus positive Entwicklung zeichne sich auch in der SPÖ des Bezirks Linz-Land ab. „Man darf die Ergebnisse nicht nur negativ sehen, die Ergebnisse waren sehr unterschiedlich. Oft hat man nur die plakativen Verluste in einigen Gemeinden gesehen, andere Gemeinden haben mit einem fokussierten Wahlkampf aber auch sehr gut abgeschnitten. Etwa in Enns haben wir mit einem spannenden Kandidaten und einem starken Team ein hervorragendes Ergebnis eingefahren.“
Kommunikation stärken und lauter werden
Ein Mobilisierungsproblem in der SPÖ sieht Höglinger nicht. „Insgesamt müssen wir aber unsere Vorschläge, wie wir es besser machen wollen, lauter und stärker artikulieren. Wir haben gute Themen und dort, wo wir gut aufgestellt sind, haben wir da auch viel erreicht“, so Höglinger, der dabei z.B. die sehr gut ausgebaute Kinderbetreuung anspricht, wie etwa in Leonding. „Oft sind solche Errungenschaften für die Leute dann selbstverständlich, da müssen wir drauf achten, dass wir als gestaltende Kraft auch wahrgenommen werden“, erklärt der Bezirksvorsitzende, dass die Kommunikation da zu verbessern sei. Wichtig sei, in allen Gemeinden neben starken Spitzenkandidaten auch mit einem starken Team aufgestellt zu sein. „Das Team muss durchmischt sein, da dürfen nicht nur 50- bis 60-jährige Männer dabei sein. Die Zeiten, wo einer das Sagen hat, sind sowieso vorbei. Neue Gesichter sind wichtig, da braucht es Leute aus unterschiedlichen Berufs- und Gesellschaftsgruppen, auch viele Frauen. Da brauchen wir mehr Vorbilder. Dort wo Frauen an der Spitze sind, funktioniert das auch.“
„Müssen auf die Leute aktiv zugehen“
Durchaus selbstkritisch meint Höglinger: „Wenn ich höre, dass wir niemanden finden, dann ist mir das zu wenig. Wir müssen da einfach flexibler werden und auf die Leute aktiv zugehen.“ Frauenpolitik ist für Höglinger dabei ein zentrales Thema, welches nicht nur die Frauen und Familien, sondern auch den Arbeitsmarkt stark betreffe. „Wir brauchen die Frauen und die Kinderbildung ist da die zentrale Frage, die Politik steht sich da momentan ideologisch selbst im Weg.“ Es zeige sich, dass man auf keine Arbeitskraft verzichten könne, deshalb müsse man auch die Generation 60+ mehr einbinden. „Das zieht sich durch alle Bereiche durch, wir werden da umdenken müssen, auch die Unternehmen, wir müssen das System neu gestalten, es passiert da viel zu wenig.“


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