Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LEONDING. Der Gemeinderat hat ein umfassendes Konzept beschlossen, das künftig bei der Bewertung von größeren Bauvorhaben und Änderungen von Raumordnungsplänen als Grundlage dienen soll. Die sogenannten „sozio-ökologischen Begleitmaßnahmen“ legen fest, welche Anforderungen neue Projekte erfüllen müssen – etwa bei Mobilität, Bodenversiegelung, Begrünung und sozialer Infrastruktur. Ziel ist es, den Wachstumskurs Leondings nachhaltiger und sozial gerechter zu gestalten.

Bgm. Sabine Naderer-Jelinek und Stadtrat Armin Brunner präsentierten die sozio-ökologischen Leitlinien. (Foto: Stadt Leonding)

Das neue Leitbild enthält Kriterien zu Themen wie Freiraumgestaltung, Mobilität, sozialer Infrastruktur und ökologischer Nachhaltigkeit. So soll künftig dichter gebaut werden – aber nur dort, wo etwa Öffis, Nahversorger und Grünflächen innerhalb von 15 Minuten erreichbar sind. Zusätzlich werden ökologische Standards gesetzt – zum Beispiel durch den verpflichtenden „Grünflächenfaktor“, durch Baumpflanzungen mit klimafitten Arten und die Begrünung von Terrassen oder Wegen. Auch ein „sozialer Infrastrukturkostenbeitrag“ – 30 Euro pro zusätzlichem Quadratmeter Bruttogeschossfläche – für neue Widmungen oder größere Bauprojekte ist Teil des Konzepts. Der Beitrag soll bei frei finanzierten Wohnbauten anfallen, nicht jedoch bei gefördertem Wohnbau.

Leitlinien als Richtschnur für Politik und Bauträger

Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek (SPÖ) sieht in dem neuen Leitbild ein wichtiges Steuerungsinstrument für die Stadtentwicklung: „Mit diesen Leitlinien können die zuständigen Gremien größere Bauvorhaben transparent und objektiv bewerten. Natürlich ist nicht jedes Bauprojekt 1:1 gleich, auch in Zukunft ist bei der Beurteilung Fingerspitzengefühl gefragt. Ich bin überzeugt davon, dass die ausgearbeiteten Qualitätskriterien allen Beteiligten eine gute Orientierung geben werden.“

Auch Stadtplanungs-Stadtrat Armin Brunner betont die langfristige Wirkung des neuen Rahmens. Leonding sei in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen und wird das auch in den nächsten Jahren. Insofern sei es wichtig, ein paar Leitpflöcke einzuschlagen, in welche Richtung es gehen soll: „Mit den neuen Leitlinien haben wir eine Basis geschaffen, damit sich Leonding weiter zu einer sozial gerechten und nachhaltigen Stadt entwickelt.“ Die Leitlinien wurden in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit Fachplanen, Architekten, Raumplanern sowie Vertretern von Wohnbauträgern entwickelt und anhand konkreter Fallbeispiele getestet.

Kritik von der ÖVP: „Zuviel Eingriff, zu wenig Augenmaß“

Kritik kommt von der ÖVP-Leonding, die im Gemeinderat geschlossen gegen das Konzept stimmte. Vizebürgermeister Thomas Neidl spricht von einem „Eingriff in die Rechte der Eigentümer und in die Privatsphäre der Bürger“. Auch der neue Infrastrukturbeitrag wird kritisiert. „Diese Abgabe könnte den frei finanzierten Wohn- oder Hausbau in Leonding deutlich verteuern und erschweren und stellt eine unsachgemäße Benachteiligung privater Eigentümer oder Investoren gegenüber sozialem Wohnbau dar“, heißt es seitens der VP.

Planungssprecher Andreas Lindlbauer verweist darauf, dass durch Verhandlungen im Ausschuss einige ursprünglich vorgesehene Punkte abgeschwächt wurden – etwa die verpflichtende Baumpflanzung in jedem Garten, die nun nur mehr für Neubauten gilt. Dennoch bleibt die ÖVP bei der Kritik: Das übergeordnete Planungsziel der Stadt sollte kein „wachsen um jeden Preis“ sein, so Neidl: „Wir wollen ein Leonding, welches verträglich wächst und nur maßvoll verdichtet.“

„Wären wir da jetzt noch einen Schritt weitergegangen, wäre die Leitlinie so verwässert gewesen, dass man das auch nicht mehr argumentieren hätte können“, reagiert Bürgermeisterin Naderer-Jelinek, die froh ist, dass eine große Mehrheit in Leonding die Entscheidung mitgetragen hat.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

WKO-Frühstück in Leonding zeigt Wege zu autarker Energie

WKO-Frühstück in Leonding zeigt Wege zu autarker Energie

LEONDING. Wie können Betriebe ihre Energieversorgung unabhängiger machen? Beim Unternehmerfrühstück bei Stromtastic in Leonding standen eigene ...

Tips - total regionalDavid Ramaseder
Christian Hammerschmid ist neuer Wirtschaftsbund-Obmann in Allhaming

Christian Hammerschmid ist neuer Wirtschaftsbund-Obmann in Allhaming

ALLHAMING. Christian Hammerschmid ist neuer Obmann des Wirtschaftsbundes Allhaming. Die Mitglieder wählten den neuen Vorstand bei der Jahreshauptversammlung ...

Tips - total regionalDavid Ramaseder
Leonding diskutiert Wege zum freiwilligen Engagement

Leonding diskutiert Wege zum freiwilligen Engagement

LEONDING. Wer Menschen direkt fragt, gewinnt sie eher zum Mitmachen als mit einem allgemeinen Aufruf. Das war eine zentrale Erkenntnis beim „4×4 ...

Tips - total regionalDavid Ramaseder
ÖVP Enns erstmals von Frau geführt

ÖVP Enns erstmals von Frau geführt

ENNS. Erstmals steht eine Frau an der Spitze der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) Enns: Alexandra Saidnader erhielt beim Stadtparteitag im ...

Tips - total regionalDavid Ramaseder
Kamingespräch mit Ministerin Klaudia Tanner in Enns

Kamingespräch mit Ministerin Klaudia Tanner in Enns

ENNS. Die Katholische Österreichische Studentenverbindung Hilaria Enns lädt am Freitag, 9. Oktober, um 18 Uhr zu einem Kamingespräch mit Verteidigungsministerin ...

Tips - total regionalMichaela Aichinger
Neue Stadträtin für Umweltressort in Leonding

Neue Stadträtin für Umweltressort in Leonding

LEONDING. Romana Forster-Gartlehner übernimmt das Umwelt- und Klimaschutzressort im Leondinger Stadtrat. Sie folgt auf Steffi Thaler, die sich ...

Tips - total regionalDavid Ramaseder
Weitere Beiträge