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NETTINGSDORF. Die Papierfabrik Nettingsdorf feiert 2026 ihr 175-jähriges Bestehen. Aus einer Papiermühle entstand ein Industriebetrieb mit heute rund 450.000 Tonnen Papier pro Jahr. Am Standort arbeiten 360 Mitarbeiter, darunter 20 Lehrlinge. Neben der Herstellung von Verpackungspapier spielt auch die Nutzung von Abwärme für die regionale Wärmeversorgung eine Rolle.

Papierfabrik Nettingsdorf um 1900 (Foto: Smurfit Westrock Nettingsdorf)
  1 / 2   Papierfabrik Nettingsdorf um 1900 (Foto: Smurfit Westrock Nettingsdorf)

Den Grundstein für die Entwicklung legten Franz und Anna Haltmayr am 10. Juli 1851. Sie erwarben die damalige Stegmühle in Nettingsdorf und bauten sie zu einer maschinellen Papiermühle aus. Zwei Jahre später nahm der Betrieb mit 49 Mitarbeitern die Produktion auf. Die jährliche Papiermenge betrug damals 268 Tonnen.

Heute stellt das Werk braunen Kraftliner her. Dieses ungebleichte Verpackungspapier wird von den Kunden zu Wellpappe und Wellpappeverpackungen weiterverarbeitet. Es besteht überwiegend aus Frischfasern, ergänzt durch Recyclingfasern. Nach Angaben des Unternehmens ist das Papier mehrfach wiederverwertbar und kann erneut als Rohstoff in der Papierproduktion eingesetzt werden.

Spezialisierung auf Verpackungspapier

Die Geschichte des Standorts ist von mehreren technischen Veränderungen geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg spezialisierte sich die Fabrik auf Verpackungspapiere. 1984 ging die Langsieb-Papiermaschine PM 6 in Betrieb.

Ein weiterer Schritt folgte 2020 mit dem Projekt „Future Energy Plant“. Dabei erneuerte das Unternehmen seine gesamten Energieanlagen. Laut Unternehmen war dies die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Papierfabrik.

Mehr als 90 Prozent gehen in den Export

Seit der Fusion von Smurfit Kappa und WestRock im Jahr 2024 gehört die Papierfabrik zu Smurfit Westrock. Der Verpackungskonzern verfügt über mehr als 500 Standorte weltweit.

Die Papierfabrik Nettingsdorf beliefert neben Österreich vor allem zentral- und osteuropäische Nachbarländer. Die Exportquote liegt laut Unternehmen bei mehr als 90 Prozent.

Prozesswärme für Ansfelden und Umgebung

Über die Papierproduktion hinaus ist der Standort an einem Projekt zur regionalen Wärmeversorgung beteiligt. Gemeinsam mit der Bioenergie Gruppe hat das Unternehmen eine Fernwärmeauskopplung umgesetzt. Dabei wird überschüssige Prozesswärme aus der Papierproduktion in das regionale Fernwärmenetz eingespeist.

Im Endausbau soll die Abwärme nach Unternehmensangaben zur Versorgung von bis zu 10.000 Haushalten beitragen. Auch Industriebetriebe in Ansfelden und Umgebung sollen mit Wärme versorgt werden.

„Indem wir Abwärme aus unserer Produktion für das regionale Fernwärmenetz nutzbar machen, können wir Energie verwerten, die ansonsten ungenutzt bliebe“, erklärt Geschäftsführer Günter Hochrathner.


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