Polizeistatistik: Mehr Anzeigen, aber beste Aufklärungsquote in Oberösterreich
OÖ/LINZ. Die Landespolizeidirektion OÖ hat die Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 präsentiert. Entsprechend dem Bundestrend ist auch in Oberösterreich 2016 „die Kriminalität markant angestiegen“, kommentierte Landespolizeidirektor Andreas Pilsl die Bundesländerauswertung. Konkret ging die Zahl der Anzeigen im Vergleich zu 2015 um 5,7 Prozent nach oben. Gleichzeitig aber war die Aufklärungsquote mit 54,4 Prozent so gut wie noch nie - hinter Vorarlberg liegt Oberösterreich an zweiter Stelle.

66.241 Anzeigen gab es im Jahr 2016 in Oberösterreich - um 5,7 Prozent mehr als noch 2015. „Das ist auf den ersten Blick zwar ein markanter Anstieg, richtet man den Blick aber auf die letzten zehn Jahre, liegen die Zahlen im Bereich der Jahre 2010 bis 2012“, relativiert Landespolizeidirektor Pilsl.
Höchste Aufklärungsquote seit Messungen
Besonders erfreut zeigen sich Pilsl und der Leiter des Landeskriminalamtes (LKA) Gottfried Mitterlehner darüber, das mehr als die Hälfte der Delikte aufgeklärt wird. Mit einer Aufklärungsquote von 54,4 Prozent wurde 2016 die höchste Quote in Oberösterreich jemals erreicht. Im Bundesländervergleich liegt Oberösterreich nach Vorarlberg damit an zweiter Stelle.
Rückgang bei Einbrüchen
Bei den sogenannten „Big Five“ sticht ein historisches Minus von 30,4 Prozent bei Einbrüchen in Wohnungen und Wohnhäuser hervor, mit 1262 angzeigten Fällen 2016. Bei Kfz-Diebstählen wurde ein leichten Plus von 1,1 Prozent verzeichnet (268 gestohlene Fahrzeuge), „hier ist Stabilität auf einem akzeptablen Niveau eingekehrt“, sieht Mitterlehner das Ergebnis als positiv an.
Mehr Gewaltdelikte
Einen starken Zuwachs gab es vor allem bei der Cyber-Kriminalität mit einem Plus von 20 Prozent auf 1.813 Fälle sowie bei den Gewaltdelikten mit plus 9,9 Prozent auf 5.472 Fälle. Zweiteres führt LKA-Leiter Mitterlehner „mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Flüchtlingswelle“ zurück. So machte der Anteil der Tatverdächtigen an der Gesamtkriminalität, die nicht aus Österreich stammen, 2016 knapp ein Drittel (12.637 Personen) aus, 2007 waren es gut acht Prozentpunkte weniger. Aufgeschlüsselt nach dem Aufenthaltsstatus jener ausländischen Beschuldigten, war es die Gruppe der Asylwerber die sich innerhalb eines Jahres von 1.368 auf 2.562 „nahezu verdoppelt hat“, führte Pilsl an. In erster Linie kamen die ausländischen Tatverdächtigen wegen Eigentumsdelikten mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt, an zweiter Stelle wegen Angriffe auf Leib und Leben. Bei den Nationalitäten sind die meisten Tatverdächtigen laut Statistik 2016 aus Rumänien, gefolt von Deutschland und der Türkei.
Rückblickend habe sich das Jahr 2016 für den Landespolizeidirektor zweigeteilt präsentiert, erst das zweite Halbjahr sei „wesentlich ruhiger gelaufen“. Da hätte die Verstärkung der Polizeipräsenz gegriffen. „Verhaftungen sind die beste Prävention“, meinte er. Die Kehrseite der Medaille: Wegen der vermehrten Kontrolltätigkeit wuchs die Zahl der Anzeigen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt um 34 Prozent.
Neues mobiles Unterstützungs-Kommando
Präsentiert wurde auch die Sicherheitsdoktrin – eine mehrjährige Strategie um die aktuellen Problempunkte in den Griff zu bekommen. Im Plan darin verankert: Die Schaffung eines Mobilen-Unterstützungs-Kommandos mit 80 Polizisten am Standort Linz. Diese Polizisten können im Ernstfall jederzeit in ganz Oberösterreich eingreifen. Kommen soll die neue Einheit mit Sommer, wie Landespolizeidirektor Pilsl sagte.


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