Ermittlungsgruppe "Babyface" hob Drogenring aus
LINZ/ OÖ. Die Linzer Polizei verzeichnet einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen die Suchtgiftkriminalität. Nach monatelangen intensiven Ermittlungen konnte die Suchtgiftgruppe der Polizei einen umfangreichen Drogenring im Linzer Stadtgebiet zerschlagen.

Insgesamt wurden 20 Personen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren festgenommen, die fast ausschließlich österreichische Staatsbürger mit Migrationshintergrund sind. Die Polizei stellte fünf Kilogramm Cannabiskraut, hochwertiges Kokain, einen Pkw im Wert von 12.000 Euro sowie Drogengeld im fünfstelligen Bereich sicher.
Erste Hinweise und Ermittlungsgruppe „Babyface“
Die Ermittlungen begannen im Herbst 2023, als Hinweise aus der Bevölkerung auf einen regen Drogenhandel im Kaplanhof- und Rathausviertel hindeuteten. Die Ermittlungsgruppe „Babyface“ wurde daraufhin ins Leben gerufen und erzielte erste Erfolge durch die Kontrolle eines 17-jährigen Mädchens am Linzer Hauptbahnhof.
Interne Konflikte und Raubüberfall
Ein Raubüberfall, ausgelöst durch interne Machtkämpfe innerhalb der Tätergruppe, führte zu weiteren Festnahmen. Ein 15-jähriger Junge, selbst Teil des Drogenrings, wurde Opfer eines Überfalls durch andere Mitglieder der Gruppe.
Durchbruch in den Ermittlungen
Dank des Vernehmungsgeschicks der Kriminalbeamten konnten weitere Mitglieder der Hierarchieebene identifiziert und festgenommen werden. Zwei Jugendliche nannten einen vermutlichen Drahtzieher, was die Ermittlungen weiter vorantrieb.
Suchtgiftbunker enttarnt
In einer Wohnung, die als Suchtgiftbunker getarnt war, fanden die Beamten mehrere tausend Euro Bargeld und große Mengen an Drogen. Ein 23-jähriger Portugiese, der seine Wohnung für die Lagerung von Drogen zur Verfügung stellte, wurde in London festgenommen und gestand umfassend.
Mafiöse Strukturen und luxuriöser Lebensstil
Die Tätergruppierung agierte arbeitsteilig und ermöglichte sich durch den Drogenhandel einen exklusiven Lebensstil. Der Drahtzieher finanzierte sich unter anderem Luxusbekleidung durch die Schmuggelfahrten.
Umfangreiche Ermittlungsergebnisse
Die Ermittlungen führten zur Anzeige von 21 Tätern und zur Festnahme von 20 Beschuldigten. Zudem wurden etwa 100 Drogenabnehmer identifiziert und angezeigt. Die Tätergruppierung konnte mit dem Verkauf von rund 184 Kilogramm Cannabiskraut und zwei Kilogramm Kokain in Verbindung gebracht werden, was einem Straßenverkaufswert von über 1,7 Millionen Euro entspricht.
Beschlagnahmungen und Verurteilungen
Neben Drogen wurden auch Bargeld, elektronische Beweismittel, ein PKW und Heereseigentum sichergestellt. Die Täter wurden für eine Reihe von Straftaten, darunter Raubüberfälle, Einbruchsdiebstähle, Erpressungen und Waffendelikte, verurteilt. Die Polizei betont die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und dankt für die entscheidenden Hinweise, die zu diesem Erfolg geführt haben.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden