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Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche beim Autohandel

Online Redaktion, 18.03.2026 13:01

OÖ. Die Polizei schlägt wegen einer neuen Betrugsform beim Kauf und Verkauf von Gebrauchtwagen Alarm, die bereits in Deutschland weit verbreitet ist und nun auch Oberösterreich erreicht hat.

Symbolfoto: Weihbold
Symbolfoto: Weihbold

Die Täter reagieren gezielt auf private Verkaufsanzeigen für Autos auf bekannten Internet-Plattformen und geben sich als seriöse Käufer aus. Schon nach kurzer Zeit verlagern sie die Kommunikation auf einen Messengerdienst.

Gefälschte Dokumente

Um Vertrauen zu schaffen, übermitteln sie missbräuchlich verwendete echte oder gefälschte Ausweisdokumente sowie Gewerbeberechtigungen. In weiterer Folge wird dem Verkäufer eine gefälschte Überweisungsbestätigung zugesandt, mit der vorgespiegelt wird, dass der vereinbarte Kaufpreis bereits überwiesen wurde.

Gleichzeitig wird ein Transportunternehmen beauftragt, das in der Regel nichts von der Betrugsabsicht weiß. Dieses holt das Fahrzeug beim Verkäufer ab und bringt es nach Deutschland. Der Kaufpreis geht jedoch niemals tatsächlich auf dem Konto des Verkäufers ein.

Papiere fälschen für den Weiterverkauf

Viele Opfer behalten zum vermeintlichen eigenen Schutz einen Fahrzeugschlüssel und die Zulassungsdokumente zurück. Für die Tätergruppe stellt dies jedoch kein Hindernis dar: Die Fahrzeuge werden mit nur einem Schlüssel und mit gefälschten deutschen Fahrzeugpapieren weiterverkauft. Häufig stammen die verwendeten Dokumente aus gestohlenen Blanko-Beständen und werden von den Tätern individuell ausgefüllt.

Schnell weiterverkauft

Bereits kurz nach dem betrügerischen Erlangen werden die Fahrzeuge in Deutschland meist deutlich unter Marktwert über gängige Online-Plattformen angeboten. Um den niedrigen Preis zu begründen, werden nicht selten gezielt Beschädigungen am Fahrzeug verursacht.

Tipps gegen die Betrüger

Beim Verkauf eines Autos sollten Fahrzeuge nicht an Personen abgegeben werden, die nicht persönlich erscheinen. Misstrauen ist angebracht, wenn der vermeintliche Käufer keine Besichtigung wünscht oder ohne Verhandlung sofort mit dem geforderten Preis einverstanden ist.

Geldeingang abwarten

Das Fahrzeug darf erst übergeben werden, wenn der Geldbetrag tatsächlich auf dem Konto des Verkäufers eingelangt ist und nicht nur eine Bestätigung darüber vorliegt. Auch beim Kauf eines Gebrauchtwagens ist Vorsicht geboten. Ein deutlich zu niedriger Preis sollte stets misstrauisch machen, denn niemand verschenkt ein Fahrzeug.

Täter erklären den günstigen Preis häufig mit angeblichen privaten Notlagen wie einer Scheidung, einem Arbeitsplatzverlust oder einem Todesfall in der Familie. Alarmzeichen sind außerdem, wenn nur ein Fahrzeugschlüssel ausgehändigt wird und versprochen wird, den zweiten Schlüssel nachzureichen oder per Post zu senden.

Abgelegene Übergabeorte

Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn der vereinbarte Übergabeort kurzfristig geändert wird, etwa auf ein abgelegenes Gewerbegebiet. Ebenso sollten Käufer misstrauisch werden, wenn der Verkäufer bei der Übergabe nicht selbst erscheint, sondern eine angebliche Verwandte oder einen angeblichen Verwandten vorschickt. Die Echtheit der übergebenen Fahrzeugdokumente kann von Laien nicht zuverlässig überprüft werden, insbesondere wenn es sich um gestohlene, aber echte Blanko-Dokumente handelt, die von den Tätern ausgefüllt wurden.

Die Polizei weist zudem darauf hin, dass Täter mitunter einen Zweitschlüssel anfertigen lassen, der das Fahrzeug zwar versperren, jedoch nicht starten kann. Auch dies kann ein Hinweis auf eine betrügerische Herkunft des Fahrzeuges sein. Insgesamt empfiehlt das Landeskriminalamt, bei verdächtigen Konstellationen keine Geschäfte abzuschließen und im Zweifel die Polizei zu informieren.


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