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LINZ. Das Landestheater Linz arbeitet in einem Dokumentartheater-Projekt eine politische Affäre auf, die seit Jahren die Stadt beschäftigt: die Causa Swap. Hans-Werner Kroesinger (Regie) und Regine Dura (Textfassung) haben dafür akribisch Gerichtsakten und Protokolle gewälzt. Uraufführung ist am Samstag, 25. Febraur, in den Kammerspielen Promenade.

  1 / 2   Gunda Schanderer, Jan Nikolaus Cerha, Anna Rieser, Corinna Mühle, Sebastian Hufschmidt, Angela Waidmann in "Swap - Wem gehört die Stadt?" Foto: Christian Brachwitz

Schauspielchef Stephan Suschke habe es sich explizit vorgenommen, sich am Theater mit der Stadt Linz zu beschäftigen. Mit dem Dokumentartheater „Swap - Wem gehört die Stadt“ wird am Landestheater eine Causa aufgegriffen, die die Stadt schon seit Jahren beschäftigt.

417,7 Millionen Euro

Am 12. Februar 2007 schloß die Stadt Linz mit der BAWAG P.S.K den Swap 4175 ab. Er entwickelte sich im Zuge der Finanzkrise aber anders als erwartet - eine riskante Zinswette wurde verloren, drohende Schuldenlast: 417,7 Millionen Euro. Ein schon jahrelang andauernder Rechtsstreit läuft.

Ein Aspekt, der Regisseur Hans-Werner Kroesinger und Autorin Regina Dura - zwei der wichtigsten deutschsprachigen Dokumentartheatermacher - dabei stark beschäftigt hat, ist die Geschichte der BAWAG P.S.K. Die Bank ist kein Geldinstitut wie jedes andere, sondern langjährige Haus- und Vertraunsbank der Stadt Linz gewesen. Eine Arbeiterbank, die „nicht den Kapitalisten Dienen“ (Karl Renner) solle. „Das wirft die Frage auf: Wie kann eine ehemalige Gewerkschafts- und Hausbank der Stadt dieser ein solches Finanzprodukt verkaufen? Und wieso schließt eine Kommune so ein Geschäft ab?“, so Dura.

Kein Vorwissen nötig

Auch wenn Kroesinger und Dura, die beide erstmals am Landestheater Linz arbeiten, in der Vorbereitung sehr tief in die Materie der Spekulationsprodukte eingetaucht sind, sollte sich der Theaterzuschauer nicht aus Angst vor komplexer Finanzmathematik vom Besuch abhalten lassen: „Das Stück funktioniert niederschwellig“, verspricht Kroesinger. Wer mit der Causa vertaut ist, werde hingegen „neue Facetten“entdecken. Mit so manchem Akteur des echten Polittheaters wird es auf der Bühne ein Wiedersehen geben, etwa mit Altbürgermeister Franz Dobusch oder jener Finanzberaterin, die der Stadt das zweifelhafte Produkt verkauft hat.

Entstanden sei ein vielschichtiger Text, „verschiedene Logiken und Konflikte treffen aufeinenader. Es geht nicht darum zu sagen: Wer hat recht? Wer hat unrecht?, sondern wo positioniere ich mich hier als Zuschauer“, so Regisseur Kroesinger.

Musikalische Revue

Für Bühne, Kostüme und Videodesign zeichnet Rob Moonen verantwortlich, Grundgedanke sei hier das Kartenspiel gewesen, ein „Kartenhaus, dass zusammenfallen kann“, erzählt Moonen.

Musikalisch erwartet die Besucher viel „Witz“, wie Nebojsa Krulanovic erzählt. So werden ironischerweise Lieder wie Abbas „Money, Money, Money“ oder „Money“ aus der Muppetshow aufgegriffen und bearbeitet. Die Bühnenmusik wird asu Klavier, Perucssion und Cello bestehen.

Hinweis

Uraufführung: Samstag, 25. Februar, 19.30 Uhr, Kammerspiele Promenade.

Weitere Termine: 3., 7., 9., 17., 30. März, 6., 13., 21. April, 3. Mai.

Dauer: 2 Stunden Spielzeit, mit Pause.

Tickets gibt's unter www.landestheater-linz.at, Tel. 0800/218000.


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