Hemma Schmutz wird neue Lentos-Chefin
LINZ (APA). Hemma Schmutz wird neue Chefin der Linzer Museen Nordico und Lentos. Die ehemalige Direktorin des Salzburger Kunstvereins folgt Stella Rollig nach, die im Jänner an die Spitze des Wiener Belvedere gewechselt war.

Von den zunächst 37 Bewerbern für die künstlerische Leitung der Linzer Museen stellten sich acht - sieben Frauen und ein Mann - dem Hearing einer Jury. Seit Rolligs Abgang führt ihre frühere Stellvertreterin Elisabeth Nowak-Thaller die Museen interimistisch.
Aufgrund des Vorschlags der Auswahlkommission entschied sich Bürgermeister Klaus Luger in Abstimmung mit Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer für die gebürtige Klagenfurterin. Wann genau sie ihren Job antreten wird, war vorerst nicht bekannt.
Schmutz will „Spagat schaffen“
Die neue Chefin der Linzer Stadtmuseen will den Spagat zwischen einem breiten und einem spezialisierten Publikum schaffen. „Wenn man nur noch für das breite Publikum arbeitet, verliert man das Kunstpublikum“, so Schmutz zur APA. Angesprochen auf die Publikumszahlen, die Kritiker beim Lentos immer wieder als noch ausbaufähig bemängelt haben, sagte sie: „Es ist natürlich für jeden nachvollziehbar, dass ein Haus in dieser Größe den entsprechenden Response haben muss. Andererseits und das gibt es auch immer zu betonen, kann dies nicht das einzige Kriterium sein, nachdem man die Arbeit eines Museums beurteilt.“ Zu den Aufgaben eines Museums würden sehr viele Dinge, wie etwa die Forschung oder Aufbewahrung gehören, die nicht unbedingt Besucher bringen würden. Man könne auch nur dann längerfristig bestehen, wenn man den Spagat zwischen einem breiten und einem spezialisierten Publikum schaffe.
Es müsse im Spannungsfeld zwischen internationaler Ausrichtung und Einbindung des Kunstmuseums in die lokale Szene gearbeitet werden. Das im November startende Valie Export Center in der Linzer Tabakfabrik, wo es zum Start ein internationales Symposium und eine Ausstellung im Lentos geben wird, nannte Schmutz als „gutes Beispiel, auf das freue ich mich sehr“, so Schmutz im APA-Interview.
Jury überzeugt
Hemma Schmutz' Fachgebiet ist die Zeit von 1900 bis in die Gegenwart. Und sie legt Wert darauf, dass sich Kunst auch mit Gesellschaft und Politik beschäftigt. Die Jury überzeugte sie nach Angaben der Stadt unter anderem auch, weil ihre Laufbahn „durch verschiedene publikumswirksame Ausstellungen gekennzeichnet“ sei. Hemma Schmutz wurde in Klagenfurt geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Wien. Sie war stellvertretende Geschäftsführerin der Galerie 5020 in Salzburg, arbeitete am Aufbau des Depot in Wien mit und war als Kuratorin bei der Generali Foundation tätig. Von 2005 bis 2013 stand sie als Direktorin dem Salzburger Kunstverein vor. Seit 2015 betreut sie den Kunstraum Lakeside in ihrer Heimatstadt Klagenfurt.
Zweite große Personalentscheidung
Die Besetzung der Museumsleitung ist die zweite große Personalentscheidung in Linzer Kultureinrichtungen in diesem Jahr. Erst Mitte Februar war der Intendant des „jOPERA jennersdorf festivalsommer“, Dietmar Kerschbaum, zum künstlerischen Leiter der Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA und damit zum Brucknerhaus-Chef gekürt worden.


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