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LINZ. Seit nunmehr 48 Jahren ist Dennis Russell Davies ununterbrochen Orchesterchef, die letzten 15 davon in Linz. Nun übergibt er den Dirigentenstab als Generalmusikdirektor des Landestheaters und Chefdirigent des Bruckner Orchesters an Markus Poschner. 

  1 / 5   Dennis Russell Davies leitete 15 Jaher lang das Brucknerorchester und war Generalmusikdirektor des Landestheaters. Foto: Reinhard Winkler

2002 wechselte Dennis Russell Davies vom Radio-Symponie Orchester Wien nach Linz - und fand Schönes vor, wie er sagt. „Die Qualität des Orchesters, des Landestheater-Ensembles, des Opernchores war sehr beeindruckend“. In seinen 15 Jahren in Linz dirigierte Davies nicht nur unzählige Opern und Konzerte, entwickelte eine lebhafte CD- und DVD-Aufnahmetätigkeit mit dem Bruckner Orchester, er brachte auch das sehr erfolgreiche Musikvermittlungs-Programm „move.on“ - auf den Weg, gründete die musik-pädagogische Orchester-Akademie des Bruckner Orchesters und vergrößerte den Klangkörper mit Einzug in das neue Musiktheater auch auf 130 Musiker.

„Andauernder Höhepunkt“

Die Eröffnung des neuen Hauses nennt er auch eines der „andauernden Höhepunkte“ in Linz, aber nicht nur für ihn sondern für die ganze Stadt. „Meine Entscheidung, nach dem Nein bei der Volksabstimmung nicht aus der Vereinbarung auszusteigen, war wahrscheinlich die Beste meines Lebens“, so Davies.

Höhepunkte waren aber sicher auch die bedeutenden Tourneen und Gastspiele - davon drei große USA-Tourneen - mit dem Orchester. „Das Land Oberösterreich hat uns hier sehr stark unterstützt. Es hatte Gelegenheit zu zeigen, was wir hier in Linz haben“, so Davies.

Schon immer hat sich Davies besonders der zeitgenössischen Musik gewidmet. Gemeinsam mit der Ars Electronica entwickelte er daher auch alljährlich eine „Lange Konzertnacht“ beim Festival - die sich mit seinen ungewöhnlichen Konzertorten und Visualisierungen zu einer bedeutenden Plattform Neuer Musik für Sinfonie-Orchester in Europa entwickelte.

Linz ist zu Hause geworden

Auch wenn der den Chefposten nun abgibt: Linz bleibt Dennis Russell Davies erhalten, denn die Stadt ist für ihn und seine Familie zum zu Hause geworden. Vom wohlverdienten Ruhestand will er aber nichts hören: „Ich denke im Traum nicht daran, in Rente zu gehen. Es wartet eine umtriebige Saison auf mich. Ausserdem verlangt meine Frau von mir, am Klavier zu üben“, schmunzelt der 1944 in Toledo, Ohio, geborene Davies.

Gemeinsam mit ihr wird er viele Konzerte spielen. Als Dirigent ist er kommende Saison unter anderem in Brüssel, Salzburg, Buenos Aires, Tokyo, London oder Barcelona im Einsatz. „Darauf freue ich mich, in eigenen Städten war ich noch garnicht“.


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