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"Frühlings Erwachen" und "Geächtet". Landestheater feiert Premierenwochenende an der Promenade

Karin Seyringer, 21.09.2017 17:32

LINZ. Mit den beiden Stücken „Frühlings Erwachen“ und „Geächtet“ startet die Schauspielsparte des Linzer Landestheaters in die neue Saison, am Samstag, 23. und Sonntag, 24. September. Die Premieren werden von einem Fest mit Empfang und Late-Night-Concert von „Theo Helm meets Anna Katt“ umrahmt.

Markus Pendzialek und Lukas Watzl in "Frühlings Erwachen". Foto: Christian Brachwitz
  1 / 4   Markus Pendzialek und Lukas Watzl in "Frühlings Erwachen". Foto: Christian Brachwitz

Regie-Newcomer Evgeny Titov eröffnet mit Frank Wedekinds Kindertragödie „Frühlings Erwachen“ die Spielzeit 2017/2018 im Schauspielhaus an der Promenade. Am Samstag, 29. September, 19.30 Uhr, wird Premiere gefeiert. Wedekinds 1891 erschienener bekannter Klassiker erzählt die Geschichte mehrerer Jugendlicher die sich in einer Welt voll gesellschaftlicher Intoleranz, sexueller Neugier und psychischer Instabilität zurechtfinden müssen. Für die Bühne zeichnet Christian Schmidt verantwortlich (Salzburger Festspiele, Bayreuth, Staatsoper).

Premierenfeier mit Lesung und Konzert

Vor der Premiere wird zum Sektempfang mit Schauspieldirektor Stephan Suschke geladen, nach dem Stück findet die festliche Premierenfeier statt. Dazu findet auch eine Lesung statt: Unter dem Titel „Greife wacker nach Sünde!“ liest Alexander Julian Meile Gedichte von Frank Wedekind (22.30 Uhr, Eintritt frei).

Ab 23 Uhr gibt's in den Kammerspielen ein Konzert: „Theo Helm meets Anna Katt“. Sänger und Schauspieler Theo Helm präsentiert sein Album „Of Desires and Disasters“, Labelpartner Anna Katt präsentieren ihren dritten Tonträger „Till en vän“.

Stück am Nerv der Zeit: „Geächtet“

Am Sonntag, 24. September, findet in den Kammerspielen die Premiere (19.30 Uhr) zu einem Stück statt, das thematisch aktueller denn je ist: „Geächtet“ aus der Feder des amerikanischen Autors Ayad Akhtar. Sein Theaterstück wurde 2013 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. Es beginnt im Spätsommer 2011, also ziemlich genau zehn Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center. In diesem gesellschaftlichen Klima baute die Hauptfigur des Stücks Amir Kapoor (gespielt von Clemens Berndorff) seine berufliche Karriere als gefragter Anwalt auf. Verheiratet mit der weißen, protestantischen Künstlerin Emily (Theresa Palfi) lebt er ein Vorzeigeleben. Sich selbst von seinen eigenen islamischen Wurzeln abgekehrt, nimmt er wiederwillig den Fall an, einen Imam vor Gericht zu vertreten. Damit beginnt für Amir eine Abwärts-Spirale, die im Fiasko endet.

Inszeniert wird für Linz das Stück von Peter Wittenberg. „Das große Thema des Stücks ist die religiöse Selbstverleugnung, die Überanpassung an die Gesellschaft. Das Stück trifft genau den Nerv, aber nicht auf populistische Weise wie aktuell im Wahlkampf“, so Wittenberg, der aber auch die Leichtigkeit des Stücks – zumindest zu Beginn – hervorhebt.

Im Anschluss an die Premiere findet auch am Sonntag eine Premierenfeier statt, im Foyer im Schauspielhaus. Dazu liest Julian Sigl Johann Wolfgang von Goethe, Eintritt frei.

Service

Zu sehen ist „Frühlings Erwachen“ im Schaupspielhaus bis 22. November 2017, „Geächtet“ steht bis 18. Oktober am Spielplan der Kammerspiele. Alle Infos, Termine und Karten: www.landestheater-linz.at. Dort gibt“s auch Infos zu einem Kombiticket für das Wochenende (40 Euro).


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