Linzer Lentos holt die "Sterne" direkt vom Himmel ins Museum
Ein Ausflug ins Weltall, oder einfach nur mal ganz romantisch den Blick in den Sternenhimmel schweifen lassen? Die neue Lentos-Ausstellung holt die „Sterne“ vom Himmel und entführt in geheimnisvolle Weiten, inklusive funkelnder Momente und faszinierender Einblicke in die kosmische Kunst von 1900 bis heute.

Der Himmel wird in der neuen Lentos-Schau, die bis 14. Jänner gezeigt wird, als Gegenstand der Forschung, der Romantik und der Schicksalsdeutung gehandelt. Die medienübergreifende Ausstellung gibt Einblicke in das Verhältnis des Menschen zu Milchstraße, Sternschnuppen und leuchtenden Kometen. Und zeigt in sechs Themenbereichen, wie 90 internationale Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts die Beziehung des Menschen zur Unendlichkeit des Sternenhimmels kritisch, träumerisch, humorvoll, poetisch, aber auch ironisch ausloten.
„Winning Team“
Mit dem bewährten „Winning Team“, das auch für die Lentos-Kassenschlager „Der nackte Mann“ oder „Rabenmütter“ verantwortlich war, wurde eine Ausstellung geschaffen, die für ein breites Publikum zugänglich ist: „Es kann bestimmt jeder mit dem Thema Sterne etwas anfangen. Der Blick in den Himmel, die Sternschnuppen, bei denen man sich etwas wünscht, wecken Sehnsüchte in einem“, ist Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer von der Idee begeistert.
Funkelnde Einblicke
Die Ausstellung startet mit einem Prolog, in dem jeder Ausstellungsbesucher eingeladen ist, selbst seine freien Assoziationen zum Thema aufleben zu lassen. Ein gigantischer Luster aus 1-Cent-Stücken gekrönt mit einem Sternenhimmel von Julia Bornefeld erwartet als erstes Ausstellungsobjekt und erinnert vielleicht den einen oder anderen an das Märchen vom Sterntaler. „Wir haben die Sterne aus kunsthistorischer Sicht betrachtet, deshalb ist uns der emotionale Aspekt in der Ausstellung sehr wichtig“, informiert Kuratorin Sabine Fellner. Eine wunderbare Lichtoase eröffnet den Blick auf einen leuchtend-vereinnahmenden Sternenhimmel aus Sicht von Mars oder Pluto, so wie er von der Erde aus nie zu erblicken sein wird. Künstlerin Nives Widauer stellt „MeteoRita“ aus, eine archaische Göttin, die einen bedrohlichen, echten Meteoriten wie eine Krone mächtig und stolz auf dem Kopf trägt. „Eine Ur-Angst des Menschen ist, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt. MeteoRita scheint den Meteoriten auf dem Kopf zu balancieren. Und die Frage stellt sich: Balancieren wir nicht ständig irgenwie alles aus?“, fragt Widauer.
Stars, Stars, Stars
Auch die Verbundenheit des Menschen mit der Unendlichkeit des Universums deutet Anselm Kiefer in einem ausgestellten Werk „Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“ an. Und auch Teresa Präauers Videoinstallation „STARS“, für sieben Bildschirme, die bereits im Lentos Foyer gezeigt wurde, ergänzt die Ausstellung auf humorvolle Weise perfekt. Aber auch die bedrohliche Seite der Lichtverschmutzung und die Tatsache, dass der Lichtsmog den Sternenhimmel in den Großstädten verdrängt, wird einbezogen.
Dunkle Metropolen
Beeindruckende Fotografien von Thierry Cohen „Darkened Cities“ zeigen Metropolen in totaler Dunkelheit – sie erscheinen seltsam verlassen. Cohen spannt über die dunklen Städte einen funkelnden Sternenhimmel. Bilder entstehen dabei, deren Faszination man sich nicht entziehen kann.
Info:www.lentos.at


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04.10.2017 17:00
Auf die dunklen Städte mit Sternenhimmel..
freue ich mich. Ich bin immer so verzaubert davon, wenn am Land oder an weniger beleuchteten Orten die Sterne hell leuchten. Ich hatte ohnehin mal vor, wieder mit der Linz Card eine Museumstour zu machen.